Emaillieren von Glas

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Beim Glasemaillieren werden farbige keramische Schichten während der Herstellung von thermisch vorgespannten Gläsern in die Oberfläche eingebrannt. Dieses Verfahren wird auch als Bedrucken bezeichnet. Das Emaille (auch Email genannt) wird innerhalb weniger Sekunden auf das Glas aufgeschmolzen und bildet eine feste Bindung mit der Glasmatrix. Die Glasfarben bestehen im Wesentlichen aus zwei Bestandteilen; dem Glasfluss (70 -95%) und dem Farbkörper (5 -30%). Die Schichtdicken des eingebrannten Emails betragen 10 – 100 μm, also 10 bis 100 tausendstel Millimeter. Möglich sind sowohl transparente als auch undurchsichtige Schichten. Nach dem Einbrennvorgang sind die keramischen Farben äußerst kratzfest und witterungsbeständig.

Die Emaillierung, die auch als Fritte bezeichnet wird, erfolgt aus technischen Gründen einseitig auf der Schutzgasseite des Floatglases und kann im Siebdruck-, Walz- oder Sprühverfahren aufgebracht werden. Emaillierte Scheiben können ohne weiteres zu Verbundsicherheits- oder Isolierglas weiterverarbeitet werden. Bei Verbundsicherheitsglas wird die bedruckte Seite aus technischen Gründen meistens zur PVB-Folie hin ausgerichtet. Bei Isoliergläsern wird die Beschichtung im Scheibenzwischenraum angeordnet, um eine Verschmutzung der leicht erhabenen Emaillierung zu verhindern.

Zu beachten ist, dass sich durch die Emaillierung die Biegefestigkeit des Glases verringert, z.B. bei emailliertem ESG auf fc,t = 70 N/mm², so dass für derartige Scheiben eine niedrigere Biegezugspannung zulässig ist. Je nach Farbgebung können emaillierte Gläser aber auch in thermischer Hinsicht problematisch werden. Aufgrund einer lokalen Aufheizung der Scheiben durch die Sonneneinstrahlung und die damit verbundene Temperaturdehnung können erhebliche Zwangsbeanspruchungen entstehen, die zu einem thermisch induzierten Versagen der Scheibe führen können. Daher sollten dunkle Farben bei der Gestaltung von Scheiben in einer sonnig exponierten Lage möglichst vermieden werden.