Drahtglas

Drahtglas wurde bereits vor der Entwicklung des Verbundglases in Bereichen eingesetzt, bei denen nach dem Bruch einer Scheibe Verletzungen durch Glassplitter verhindert werden sollten. Heute wird Drahtglas jedoch nicht mehr als Sicherheitsglas im Sinne der Unfallverhütung angesehen. Durch eine in die heiße Glasschmelze eingelassene Drahteinlage wird das Glas beim Bruch zusammengehalten und eine splitterbindende Wirkung erzielt.
Drahtglas ist wie alle Gussgläser ohne Nachbearbeitung nicht vollkommen durchsichtig und wird üblicherweise in 7 mm Dicke hergestellt. Für die Herstellung von durchsichtigem Drahtspiegelglas muss das Drahtglas daher nachträglich poliert werden.

Drahtglas kann feuerhemmend wirken, da es im Versagensfall zwar nicht den Durchgang der Wärmestrahlung, aber den Durchtritt von Flammen- und Brandgasen behindert. Eine Steigerung der Biegefestigkeit kann durch die Drahteinlage allerdings nicht erreicht werden, das Gegenteil ist der Fall; die unterschiedlichen Wärmeausdehnungskoeffizienten von Draht und Glas führen bei einer Erwärmung sehr häufig zum Bruch des Glases aufgrund der entstehenden Zwängungen. Im Weiteren muss der Bereich der Glaskanten vor Feuchtigkeit geschützt werden oder eine Trocknung durch natürliche Konvektion möglich sein, damit es nicht zur Korrosion des Drahtgitters kommt.
Der Wert der charakteristischen Biegefestigkeit von Drahtglas entspricht dem des Gussglases, ist deutlich niedriger als bei Floatglas und wird in DIN 1249-10 mit 25 N/mm² angegeben.