Bemessungsdiagramme für Fenster- und Fassadenverglasungen

Von der TU Darmstadt wurden basierend auf dem Verfahren von Feldmeier Bemessungsdiagramme für allseitig linienförmig gelagerte Vertikalverglasungen entwickelt. Diese sind als bauaufsichtlich geprüfte Typenstatik beim Institut des Glaserhandwerks in Hadamar erhältlich. Die Berechnungsgrundlage der Diagramme sind die Technischen Regeln für die Verwendung von linienförmig gelagerten Verglasungen (TRLV).

Für Isoliergläser wurden klimatische Einwirkungen und der Koppeleffekt bei der Ermittlung der maßgebenden Hauptzugspannungen berücksichtigt. Die Berechnungen erfolgten nach der linearen Biegetheorie. Die Vorbemessungsdiagramme gelten lediglich für Vertikalverglasungen, die kurzzeitigen veränderlichen Windeinwirkungen unterliegen.

Die Einwirkungen sind Windbelastungen in den Laststufen ±0,5 KN/m², ±0,8 KN/m² und ±1,1 KN/m². Für Isoliergläser sind klimatische Einwirkungen entsprechend TRLV (Abschnitt 4.2, Tabelle 1) berücksichtigt.

Die Bemessungsdiagramme gelten für Einfach- und Isoliergläser mit üblichen Glasaufbauten. Glaserzeugnisse sind Floatglas gemäß DIN 1249, ESG nach DIN 1249-12 und Verbund-Sicherheitsglas aus Floatglas mit Zwischenfolie aus Polyvinyl-Butyral.

Scheibenabmessungen:

  • a: kleinere Kantenlänge der rechteckigen Scheibe
  • b: größere Kantenlänge der rechteckigen Scheibe
  • di: Scheibendicke
  • dSZR: Scheibenzwischenraum
Anwendung der Vorbemessungsdiagramme:
  • Bestimmung der Windbelastung nach DIN 1055-4
  • Überprüfung der zulässigen Kantenlängen a und b anhand der Diagramme:
    schwarzer Bereich: nicht zulässig
    dunkelgrauer Bereich: zulässig bis zu einer Windbelastung von ±0,5 kN/m²
    hellgrauer Bereich: zulässig bis zu einer Windbelastung von ±0,8 kN/m²
    weißer Bereich: zulässig bis zu einer Windbelastung von ±1,1 kN/m²