ift-Richtlinie WA-15/2 - Passivhaustauglichkeit von Bauteilen

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Vorgehensweise zur Beurteilung von Fenstern, Außentüren und Fassaden

Das energetische Anforderungsniveau an Gebäude entwickelt sich stetig weiter in Richtung Passiv- bzw. Nullenergiehaus. Um Herstellern den Nachweis der geforderten Werte zu ermöglichen, hat das ift Rosenheim die Richtlinie WA-15/2 erarbeitet. Darin ist die Vorgehensweise zur Beurteilung der Passivhaustauglichkeit auf Grundlage der EN-Normen festgelegt. Planer haben so die Sicherheit, dass die geführten Nachweise auch konform zur CE-Kennzeichnung sind. Zusätzlich werden weitere Leistungseigenschaften sowie Baukörperanschlüsse hinsichtlich der Gebrauchstauglichkeit gemäß RAL-Montage bewertet.

In der Richtlinie sind die Anforderungen an die Gebrauchstauglichkeit der Konstruktion definiert. Hierzu zählen Angaben zur Luftdurchlässigkeit, Schlagregendichtigkeit, Widerstand gegen Windlast, Stoßfestigkeit und bei Türen zusätzlich Angaben zur Verformung bei unterschiedlichen Klimabelastungen. An passivhaustaugliche Fenster und Außentüren in Verbindung mit der Verglasung, den Rahmenprofilen und den Abstandshaltern werden folgende Anforderungen gestellt:

  • Wärmedurchgangskoeffizient des Fensters: UW ≤ 0,80 W/(m²K)
  • Wärmedurchgangskoeffizient des Fensters unter Berücksichtigung der Einbausituation: UW,Einbau ≤ 0,85 W/(m²K)
  • Wärmedurchgangskoeffizient der Außentür unter Berücksichtigung der Einbausituation: UD,Einbau ≤ 0,80 W/(m²K)
  • Temperaturfaktor für den Baukörperanschluss, Paneele und Glasrandbereich: fRsi ≥ 0,73
  • Temperaturfaktor für Rahmenprofile bei Ug ≤ 0,6 W/(m²K): f0,13 ≥ 0,88
Passivhaustaugliche Fassaden mit ihren Bauteilen werden an einem repräsentativen, praxisnahen Fassadenelement beurteilt. Die Anforderungen lauten:

  • Wärmedurchgangskoeffizient an der Fassade: Ucw ≥ 0,7 W/(m²K)
  • Wärmedurchgangskoeffizient der Fassade unter Berücksichtigung der Einbausituation: Ucw ≤ 0,85 W/(m²K)
  • Temperaturfaktor für den Baukörperanschluss, Paneele und Glasrandbereich: fRsi ≥ 0,73
Der Nachweis der wärmeschutztechnischen Leistungseigenschaften kann sowohl durch Messung als auch durch Berechnung erfolgen. Ein objektbezogener Nachweis der U-Werte für die Bauelemente kann zudem vom Hersteller eigenverantwortlich mit einem validierten Berechnungsprogramm durchgeführt werden.

Die fünfzehnseitige Richtlinie (ISBN 978-3-86791-227-3) kann über die Webseite des ift Rosenheim (siehe Surftipps) zum Preis von 20 EUR bestellt werden.