Fourcault-Verfahren
Das 1904 von dem Belgier Emile Fourcault entwickelte, gleichnamige Verfahren ist eine alte Methode zur Herstellung von durchsichtigen Fenstergläsern im Ziehverfahren. Mit ihm war es erstmals möglich, Flachglas direkt aus der Glasschmelze zu ziehen.
Die Glasschmelze quillt bei diesem Verfahren über eine darin eingelassene, rechteckige Ziehdüse und wird unmittelbar danach von Fangeisen seitlich gefasst und vertikal in die Höhe gezogen. Walzenpaare befördern die erstarrende Glasmasse durch einen 8 m hohen vertikalen Kühlschacht. Während des Hochziehens kühlt die Schmelze ab, wodurch zusätzlich durch die Erdanziehung bedingt, eine horizontale Wellenbewegung entsteht. Dieses Muster ist auch später in der Fensterscheibe noch sichtbar. Um diesen störenden Effekt zu vermindern, wurden diese Gläser immer mit horizontal verlaufender Wellenrichtung eingesetzt.
Die Pittsburgh Plate Glass Company verwendete ab 1928 eine Kombination des Libbey-Owens und des Fourcault-Verfahrens: Die Glasschmelze wurde wie beim Libbey-Owens-Verfahren aus der freien Oberfläche entnommen, die Ziehmaschine des Fourcault-Verfahrens hat das Glas in einen bis zu 12 Meter hohen Kühlschacht gezogen.
Heute wird das Verfahren kaum noch angewendet; es wurde beinahe gänzlich durch das moderne Floatglas-Verfahren verdrängt. Eine Ausnahme sind Restaurierungsgläser, wie sie z.B. das Unternehmen Schott herstellt.
