Antimikrobielles Kupfer

Bildergalerie | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 |

Experiment zur abtötenden Wirkung von Kupfer auf Krankenhausbakterien

Trotz strenger Hygiene- und Desinfektionsvorschriften entstehen in Krankenhäusern Bakterien und Keime, die bei Patienten zu schweren Infektionen führen können. Laut Angaben der britischen University of Southampton erkranken jährlich 7 Millionen Menschen an krankenhausbürtigen Infektionen, davon allein 4 Millionen in Europa, von denen etwa 37.000 an der Infektion sterben. Die Behandlung der Erkrankten ist schwierig, da 70% der Bakterien resistent sind gegen Antibiotika, so auch MRSA (Methicillin-Resistenter Staphylococcus Areus), das häufigste und bekannteste Bakterium.

Um Infektionen in Krankenhäusern zu vermeiden, suchen Forscher weltweit nach Lösungsmöglichkeiten. Die University of Southhampton hat dabei eine erstaunliche Entdeckung gemacht: Während MRSA-Bakterien auf rostfreiem Stahl tage- oder wochenlang überleben, sterben sie auf Kupfer in wenigen Minuten ab. Ein entsprechendes, etwa acht Minuten lange Experiment ist dazu im Internet zu sehen: Jeweils 10 Millionen MRSA-Zellen wurden auf einer Stahl- und einer Kupferfläche unter dem Mikroskop beobachtet. Ein den Proben zugefügter Farbstoff sorgt dafür, dass die Bakterien grün leuchten so lange sie am Leben sind und verblassen, wenn sie absterben. Auf einem mit rostfreiem Stahl (Stainless Steel) gekennzeichneten Bildschirm wird das Grün immer heller, auf dem mit Kupfer (Copper) gekennzeichneten Bildschirm immer blasser, wobei dieser Effekt im Film leider nicht so gut zu erkennen ist, wie auf den Bildern der Forscher. Die antimikrobiellen Eigenschaften von Kupfer erstrecken sich nicht nur auf den Reinstoff, sondern auch auf Legierungen wie beispielsweise Bronze.

Da die Übertragung von Krankenhausbakterien, laut Bill Keevill von der Uni Southhampton, zu 8% durch die Hände erfolgt, schlagen die Forscher vor, möglichst viele Berührungsflächen in Kupfer auszuführen. Ein Krankenhaus in Birmingham hat dies in die Tat umgesetzt und z.B. Türdrücker, Türklinken, Haltegriffe und Wasserhähne durch entsprechende Elemente aus Kupfer ersetzt. Nach Aussage des Krankenhauses hat sich die Menge an Bakterien seitdem um 90% reduziert. In der Verwendung von Kupfer sieht man dort eine langfristige Problemlösung, welche die Verwendung von Desinfektionsmitteln bisher nicht bieten konnte.