Öffnungen in der Dachkonstruktion (II)

Dachflächenfenster und Tauwasserausfall

Bei der Entwicklung von Dachflächenfenstern hat die Technik enorme Fortschritte gemacht. Waren in der Nachkriegszeit verzinkte oder beschichtete Stahlfenster die einzige Möglichkeit Licht ins Dunkel von Bodenräumen oder teilausgebauten Dachböden zu bringen, so gibt es heute Holzrahmenfenster oder Kunststoff-Fenster in allen Größen. Nachteilig wirkten sich die Stahlrahmen-Fenstern vor allem dahingehend aus, dass enorme Mengen Tauwasser, das zu massiven Schimmelbildungen im Bereich der Fenster führte, ausfallen. Bei den heutigen Dachflächenfenstern ist diese Problematik allerdings auch nicht ganz gebannt. Immer dickere Wärmedämmungen zwischen und auf den Dachsparren führen bei aller Technik trotzdem dazu, dass das Fenster und der Rahmen der kälteste Bereich in einer Dachfläche bleiben. Eine Minderung des Problems lässt sich durch zusätzliche Dämmungen im Bereich der Fensterrahmen erreichen. Hier sind zur Zeit im Wesentlichen zwei Varianten auf dem Markt:

  1. Es wird ein zusätzlicher dämmender Rahmen nach dem Fenstereinbau um den Rahmen gelegt.
  2. Eine zusätzliche Dämmung ist bereits Bestandteil des Fensterrahmens.
Entscheidend ist, dass um Tauwasserausfall zu vermeiden oder zu vermindern, die Oberflächentemperatur am Fensterrahmen gerade in dem Bereich, in dem der Rahmen an die Innenbekleidung stößt, so erhöht wird, dass die kritische Temperaturgrenze von 12,6°C nicht unterschritten wird.

Verwirrend ist, dass die Hersteller teilweise unterschiedliche Berechnungsvoraussetzungen annehmen. So geht ein Hersteller z.B. von einer Außentemperatur von -5°C und einer Innentemperatur von +20°C aus. Dabei erreicht er mit zusätzlichem Rahmen eine rechnerische Temperatur von 13,6°C. Der andere Hersteller legt –15°C Außentemperatur und +20°C Innentemperatur fest. Er erreicht dabei mit dem wärmegedämmten Rahmen eine rechnerische Temperatur von 15,35°C. Beide erfüllen allerdings die Anforderungen der Energieeinsparverordnung.

Fenster mit U-Werten von 1,0 W/m²K, bzw. von 1,1 W/m²K sind z. Z. die besten Fenster auf dem Markt.

Aber auch die innere Bekleidung des Fensterbereiches hat einen wesentlichen Einfluss auf die Funktionalität. Waagerecht angeordnete Fensterbänke direkt unterhalb des Fensters und tiefe Fensternischen begünstigen die Tauwasserbildung, da in den unteren Ecken der Fenster ein erheblich zu geringer Luftaustausch stattfinden kann, der die ausfallende Feuchtigkeit schnell und sicher abführen würde. Bei manchen Einbausituationen empfehlen die Hersteller sogar den Einbau eines Heizkörpers unterhalb der Dachflächenfenster.