Schäden an Ziegeloberflächen (II)
Abplatzungen
Da Dachziegel ein Naturprodukt sind, kann es durchaus einmal zu fehlerhaften Ausführungen kommen. In erster Linie sind hier die optischen Probleme anzuführen. Tone, seien sie noch so gut aufgearbeitet, enthalten Kalke, Pyrite und andere Einschlüsse, die auch nach dem Brand weiter "aktiv" sein können. So haben Pyrite ein anderes Ausdehnungsverhalten als gebrannter Ton. Liegen diese Pyrite nah an der Oberfläche des Ziegelscherbens, so kann es passieren, dass bei der Ausdehnung des Einschlusses die Oberfläche des Ziegelscherbens auf- und abplatzt. Diese sogenannten Abplatzungen sind in der Regel kleiner als 7 mm im Durchmesser. Gerade bei dunkel gefärbten Ziegeln fallen Abplatzungen jedoch sehr deutlich ins Auge.
Bei Kalkeinschlüssen kann durch die Aufnahme von Feuchtigkeit in den Scherben der Kalk gelöscht werden. Dabei dehnt sich dieser aus, was wieder zu Abplatzungen führen kann. Diese Abplatzungen können schon mal etwas größer als 7 mm sein. Beide Abplatzungen sind im Normalfall aber unschädlich für den Ziegelscherben. Abplatzungen durch Kalkeinschlüsse treten sehr schnell nach dem ersten Regen auf und danach normalerweise nicht mehr. Bei Pyriten kann dieser Vorgang etwas länger dauern.
Sind Abplatzungen kleiner 7 mm und nur an der Oberfläche des Scherbens, so muss man von hinzunehmenden Unregelmäßigkeiten sprechen. Als Hinweis mag dienen, dass man von einem betrachtungsüblichen Abstand von ca. 8 m ausgehen muss. Bleibt die Dachfläche bei Sonneneinstrahlung farblich unverändert, dann liegt aus Sicht der Arbeitsgemeinschaft Ziegeldach, kein Mangel vor. Erst wenn das Dach sich in der Fläche rötlich verfärbt, kann davon ausgegangen werden, dass sowohl die Größe als auch die Anzahl der Abplatzungen ein normales Maß übersteigen.
Zum Thema
- Schäden an Ziegeloberflächen (I)
