Pfettendach (II)
Konstruktion
In Pfettendächern tragen prallel zur Traufe liegende Pfetten die aufliegenden Sparren. Die Sparren können als Einfeldbalken oder als durchlaufende oder auskragende Balken ausgebildet werden und sind in der Regel auf Biegung beansprucht. Die Fußpfetten liegen auf den Außenwänden auf und sogenannte Firstsäulen tragen die Pfette im First.
Es wird unterschieden in :
- Pfettendächer mit einfach stehendem Stuhl (Firstpfette mit Firstsäulen)
- Pfettendächer mit zweifach stehendem Stuhl (Mittelpfetten)
- Pfettendächer mit dreifach stehendem Stuhl (Fuß-, Mittel- und Firstpfetten mit entsprechenden Unterstützungen).
Öffnungen
In bestimmten Bereichen des Pfettendaches wie im mittleren Feld sind Öffnungen in der Dachfläche unter bestimmten Bedingungen ohne zusätzlichen Wechsel möglich, dann nämlich, wenn die betroffenen Sparren am Fußpunkt und auf drei Pfetten gelagert sind. Öffnungen in der darunterliegenden Decke sind beim Pfettendach leicht herzustellen, da hier kein kraftschlüssiger Verbund zwischen Sparren und Decke - wie beim Sparrendach - notwendig ist.
Dachneigung
Bei Pfettendächern ergibt sich keine untere Begrenzung der Dachneigung. Wenn die Auflager der einzelnen Bauteile wie für horizontal liegende Balken ausgeführt werden, sind auch geringe Neigungen unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten möglich.
Lasten
Um Horizontallasten wie z.B. Wind nicht über die gesamte Dachkonstruktion in die Auflager leiten zu müssen, sollten die Sparrenanschlüsse am Fußpunkt in beide Richtungen quer zum Dach gehalten sein. Mindestens ein Auflager ist als horizontal unverschiebliches Auflager auszubilden. Für das System ist allgemein die direkte Lastübertragung Voraussetzung für eine lange Lebensdauer.
Dachüberstand
Dachüberstände sind beim Pfettendach problemlos ohne zusätzliche Konstruktionen möglich. Die Auflager müssen dabei nur für die zusätzlichen Windlasten entsprechend ausgelegt werden.
Bildnachweis: Frick/Knöll/Neumann/Weinbrenner: Baukonstruktionslehre 2, Stuttgart
Zum Thema
- Dachtragwerke
- Pfettendach (I)
