Geschichte des Daches (I)

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Von der Schilfhütte bis zum "opus caementitium"

Ein "sicheres Dach über dem Kopf zu haben" ist heute für die meisten Menschen in Industrienationen eine Selbstverständlichkeit. Der Weg dorthin begann mit einfachsten Mitteln und Materialien. Es entstanden - je nach Klima, Zweck und Baustoff - Dachhäuser (Schilfhütten, sogenannte Srefen) und Rundhäuser in unterschiedlichen Ausformungen. Mit der zunehmenden Sesshaftigkeit der Menschen und der Ausbildung handwerklicher Techniken entwickelte sich die gesamte Erscheinungsform des Daches in Konstruktion, Struktur und Oberfläche weiter.

Durch die Errichtung von Wänden wurden die Funktionen von Dach und Raum voneinander gelöst: Eine Vielzahl von Haustypen und Dachformen entstand. Bei den Ovalhäusern bildete eine Dachform mit kurzem First und halbrunden Walmen eine Einheit mit dem Grundriss. Über rechteckigen Grundrissen (Rechteckhäuser), die sich auf Grund der zweckmäßigeren Form durchsetzten, entwickelten sich die heute noch üblichen Standardformen wie Sattel-, Pult- oder Zeltdach aus.

Tonnengewölbte Wohnhäuser aus leichtem Gussbeton (opus caementitium) mit vulkanischen Baustoffen stellten die Vorläufer der Großbauten der römischen Kaiserzeit (Trajansforum, Maxentiusbasilika und Colosseum) dar. Erst im Mittelalter wurde diese Form wieder aufgenommen und weiterentwickelt.

Bildnachweis:
Thinius, Klaus: Vergessene Dächer zwischen St. Gotthard und Florenz, Karlsruhe 1977
Soeder, Hans: Urformen der abendländischen Baukunst, Köln 1964