Eindeckungen
Details der Ausführung
Immer wieder treten Schäden auf, die durch eine fehlerhafte Ausführung der Eindeckung verursacht werden. Die folgenden fünf gravierenden Ausführungsfehler sind zu den häufigsten Schadensursachen bei Eindeckungen zu zählen.
Falsche Anschlüsse bei Dachflächenfenstern
In den Einbauanleitungen der Fensterhersteller wird eindeutig darauf hingewiesen, wie ein Fenster richtig eingebaut und an die Eindeckung angeschlossen werden muss: Die Dachsteine oder Ziegel werden an dem Steg in der Mitte des Eindeckrahmens angeschnitten. (Zur Dachfläche hin befindet sich noch ein imprägnierter Schaumstoffstreifen, der Flugschnee und Treibregen aus der Konstruktion fern hält.) Im vorliegenden Fall jedoch liegen die Ziegel mit der Wasserfalz auf dem Mittelsteg und stehen ungünstigerweise hoch.
Zu geringe Überdeckungen
Die Eindeckung soll - so die Fachregeln des Deutschen Dachdeckerhandwerks - etwa 5 cm in die Dachrinne reichen, andernfalls sollte ein Einhangblech angeordnet werden. Bei dem vorhandenen Dach ist eine Verlängerung der Sparren in der Mitte der Dachfläche angeordnet. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, dass die Dachrinne beiderseits der Verlängerung schräg zu der tieferen Traufe geführt wird. Selbstverständlich gelten die Überdeckungen der Eindeckung auch hier. In diesem Fall jedoch wurde als Überstand der Eindeckung 2 cm ausgeführt. Der Übergang wurde einfach mit der Unterdeckbahn "erstellt".
Ungenaue Berechnung der Sparrenlänge
Offenbar wurde die gesamte Sparrenlänge falsch berechnet. Die Ziegel, die zur Eindeckung gewählt waren, hatten ein Lattmaß von etwa 35,0 cm. Die Toleranz beträgt etwa 3 mm. Das Minimallattmaß darf folglich 34,7 cm nicht unterschreiten. Gelattet wurde im gezeigten Dach mit 34,2 cm. Ein Abstand der fast zwangsläufig zu Problemen beim Eindecken führt. Der Ausführende trennte für die großen Abstände mit der Trennflex ein Stück des Ziegels vor der Wasserfalz ab.
Mangelhafte Ausführung der Anschlüsse
Auf der einen Seite des Daches wurde eine Schleppgaube mit abgewalmten Wangen angeordnet. Als Entwässerung dient hier eine halbrunde Zinkdachrinne. Die Ortgänge der Gaubenwangen sind mit Ortgangziegeln mit innen liegendem Steg ausgeführt. Im Bereich des oberen Ortgangziegels kann es kleinere Probleme geben, diese Ziegel einzubauen. Oftmals muss hier ein Teil des überstehenden Wulstes abgeschnitten werden. Soweit ist die Ausführung also als korrekt einzustufen.
Wird jedoch der obere Ziegel soweit geschmälert, dass eine Lücke zwischen der Dachrinne und dem Ziegel entsteht, kann von einer fachgerechten Ausführung nicht mehr die Rede sein. Nicht nur aus optischen Gründen sollte hier eine Abdeckung zum Beispiel aus Blei erstellt werden. In der vorliegenden unsachgemäßen Dacheindeckung wurde jedoch Bauschaum aus der Dose als Problemlösung gewählt, der zudem noch die Aufgabe der mechanischen Befestigung übernehmen konnte. Eine derartige Lösung ist weder fachgerecht noch entspricht sie den Regelwerken des Deutschen Dachdeckerhandwerks
Dachlattung falsch bemessen
Gemäß den Fachregeln sind als Standardmaße 3/5 cm und 4/6 cm Dachlatten der Sortierklassen S10 oder S13 ohne besonderen Nachweis zugelassen. Die verbauten Dachlatten sind 4,5 cm breit. Dabei haben sie eine Dicke von 3,0 cm. Damit entsprechen sie weder dem Maß 24/48 mm, welches bei Lattenabständen von max. 17 cm verwendet werden dürfen, noch den oben erwähnten 30/50 mm oder 40/60 mm. Nach den Vorschriften der Bauberufsgenossenschaften (BBG) darf dieses Dach nicht ohne weitreichende Sicherungsmaßnahmen betreten werden.
Bildnachweis: Stefan Ibold, Bad Oeynhausen
