Unterdeckbahnen

Unterdeckbahnen bestehen aus diffusionsoffenem Material. Dadurch wird gewährleistet, dass vorübergehende Feuchte in der Wärmedämmung durch die Bahn diffundieren kann und damit trocken gehalten wird. Darüber hinaus müssen Unterdeckbahnen als zusätzliche Wasser ableitende Schicht einen ausreichenden Feuchteschutz für die darunter liegende Wärmedämmung bieten. Unterdeckbahnen dürfen keinen Zelteffekt hervorrufen, d. h. bei Kontakt zu weiter unten (raumseits) angeordneten Werkstoffen/Bauteilschichten darf kein Wasser in tropfbarer Form durch die Bahnen gelangen. Beim Einbau sollte auf die Ausbildung einer geschlossenen Hülle geachtet werden, um eine direkte Verbindung zwischen Dachkonstruktion und Hohlraum unter der Dachdeckung zu vermeiden.

Unterdeckbahnen sollten einen möglichst geringen Wasserdampfdiffusionswiderstand (sd-Wert) aufweisen. Dieser bewegt sich bei handelsüblichen Produkten zwischen 0,001 m und 0,3 m. Bauphysikalisch gerechnet wird mit einem sd-Wert von 0,1 m. Als Materialien eignen sich für nicht belüftete Dachkonstruktionen besonders Holzschalungen und Holzwolle-Leichtbauplatten mit oberseitigen Abdeckungen sowie bituminierte Holzweichfaserplatten und harte Holzfaserplatten.

Unterdeckbahnen aus Schalungen o.ä. erreichen eine höhere Winddichtigkeit und einen besseren Feuchteschutz. Weitere bauphysikalische Vorteile sind die zusätzliche Wärmedämmfunktion und Wasseraufnahmefähigkeit bei vorübergehender Durchfeuchtung.

Im Gegensatz zur Unterdeckbahn ist ein Unterdach nicht diffusionsoffen und kann nur aus den Materialien Kunststoff- oder Bitumenbahn bestehen. Mit den marktüblichen Unterdeck- oder Unterspannbahnen lässt sich deshalb nie ein wasserdichtes/regensicheres Unterdach erstellen

Unterschied Unterspannung/Unterdeckung
Der Unterschied zwischen Unterspannungen und Unterdeckungen liegt in der Verlegung. Unterspannungen sind immer frei hängend, wenn auch mit leichtem Durchhang, während Unterdeckungen flächige Auflagen, wie z. B. Wärmedämmungen, haben. Folgerichtig kann eine Unterdeckbahn zwar als Unterspannbahn eingesetzt werden, wie es bei belüfteten Konstruktionen der Fall ist, meistens aber nicht umgekehrt, da reine Unterspannbahnen oftmals den Zelteffekt aufweisen.