Steinzeugfliesen und -platten
Grundlage für Steinzeugfliesen ist der feinkörnige, kristalline, gesinterte Scherben mit geringer Wasseraufnahme. Diese liegt unter 3%, d.h. die Fliesen sind frostbeständig. Hergestellt werden sie aus einem Gemisch aus Ton, Quarz und Feldspat. Die Rohlinge werden trocken gepresst und anschließend bei Temperaturen zwischen 950 – 1.100 C° gebrannt (Gruppe BIb, siehe Beitrag „Keramische Fliesen und Platten: Einteilung nach Norm“). Durch Zugabe von Feld- und Flussspat wird eine Reduzierung des Porenraumes erreicht, da diese Minerale über einen niedrigeren Schmelzpunkt verfügen und somit das Kapillarsystem auffüllen. Die Herstellung erfolgt flachliegend in Tunnel- oder Rollenöfen.
Je nach Beschaffenheit der Glasur kann die Herstellung im Einbrand- oder Zweibrandverfahren erfolgen. Steinzeugfliesen sind sowohl unglasiert als auch mit glasierter Oberfläche erhältlich. Glasierte Fliesen sollten dort eingesetzt werden, wo Böden mit Straßenschuhen begangen werden. Sie sind in fünf Abriebgruppen gegliedert, die Aufschluss über ihre jeweilige Verschleißfestigkeit geben.
Aufgrund ihrer Frostbeständigkeit können Steinzeugfliesen sowohl im Innen- als auch im Außenbereich eingesetzt werden. Dabei sind jedoch unbedingt die Angaben des Herstellers zu beachten. Ihre Haupteinsatz liegt im Bereich Boden- und Treppenbeläge. Im Vergleich zu Steingutfliesen eignen sie sich für wesentlich stärker mechanisch beanspruchte Bereiche. Eine noch höhere Strapazierfähigkeit weisen Feinsteinzeugfliesen auf. Dabei handelt sich dabei um Steinzeug, das vollkommen dicht gesintert ist.