Feinsteinzeugfliesen und-platten
Die Bezeichnung Feinsteinzeug bezieht sich nicht auf die besonders fein gemahlenen Rohstoffe, sondern auf die Porigkeit der Fliesen. Zwar sind die Rohstoffe etwas feiner gemahlen als beim Steinzeug, die Zusammensetzung ist aber die gleiche. Im Vergleich zu Steinzeugfliesen verfügen sie über eine sehr niedrige Wasseraufnahme und damit über eine sehr hohe Frostfestigkeit.
Feinsteinzeugfliesen werden aus einem Gemisch aus Ton, Feldspat und Quarz hergestellt. Die Rohlinge werden unter sehr hohem Druck gepresst und anschließend bei Temperaturen von etwa 1.200 C° gebrannt. Da Feldspat über einen sehr niedrigen Schmelzpunkt verfügt, kommt es zu einer nahezu vollständigen Sinterung, bei der die offenen Poren des Scherbens fast vollständig aufgefüllt werden. Die Wasseraufnahme der meisten Feinsteinzeugfliesen liegt unter 0,5%. Damit entsprechen sie der Gruppe BIa der Norm DIN EN 14411: Keramische Fliesen und Platten. Durch Zugabe verschiedener Farboxide ist eine Vielzahl von Farben herstellbar. Meist sind die Scherben vollständig durchgefärbt. Nach dem Brand ist es möglich, die Fliesen bis auf Hochglanz zu schleifen. In einem zweiten und dritten Brenngang können Feinsteinzeugfliesen auch mit Mustern versehen und/oder glasiert werden.
Aufgrund ihrer guten technischen Eigenschaften eignen sich Feinsteinzeugfliesen für nahezu alle Anwendungen im Innen- und Außenbereich, d.h. als Boden-, Wand- und Treppenbelag sowie als Fassadenbekleidung. Für ihre Verarbeitung sollten kunststoffvergütete Kleber zum Einsatz kommen, da bei zementären Mörteln nur eine geringe Verbundhaftung erzielt wird.