VHF: Vorgehängte hinterlüftete Fassaden - Teil 1

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Vorgehängte hinterlüftete Fassaden (VHF) haben von außen nach innen folgenden Regelaufbau: Fassadenbekleidung, Luftschicht/Hinterlüftung ≥ 2 cm, Wärmedämmung, Tragschicht. Aufgrund der Wärmedämmung sind sie nicht transparent, wegen der Hinterlüftung gelten besondere Anforderungen an den Brandschutz. Vorgehängte hinterlüftete Fassaden sind in der DIN 18516-1 Außenwandbekleidungen, hinterlüftet, Teil 1: Anforderungen, Prüfgrundsätze geregelt. Für vorgehängte hinterlüftete Fassaden kommen unterschiedliche Bekleidungswerkstoffe zum Einsatz, z.B. Tafeln aus Aluminium, Faserzement, faserverstärkte Harzkompositplatten, Feinsteinzeug, Keramik, Kupfer, Naturstein, Ziegel oder Verbundwerkstoffe.

Im Bereich der keramischen Fliesen werden für VHF meist großformatige Keramikplatten verwendet. Glasierte Steinzeugplatten sind in Regelformaten bis zu 1,25 x 1,25 m erhältlich und können in speziellen Herstellungsverfahren bis zu Größen von 1,25 x 3,00 m produziert werden. Trockengepresste  Feinsteinzeugplatten gibt es in Regelformaten von 1,20 x 0,60 m, Sonderformate lassen sich bis zu 1,25 x 1,85 m herstellen. Abhängig von den Materialeigenschaften, Herstellungsverfahren und Seitenabmessungen liegen die Dicken der Platten zwischen ca. 8 bis 12 mm. Häufig verwendete Standardgrößen sind 0,60 x 0,60 m, 1,20 x 1,20 m oder 0,60 x 1,20 m.

Planungsgrundsätze
Bei der vorgehängten hinterlüfteten Fassade werden die Keramikplatten auf einer Unterkonstruktion befestigt, die in der statisch tragenden Wand verankert ist. Zur Vermeidung von Zwängungsspannungen infolge von Temperatur bedingten Längenänderungen müssen die Unterkonstruktionsprofile und die Keramikplatten zwängungsfrei gelagert werden. Die keramischen Platten dürfen nicht über dem Stoß zweier Profile liegen, also nicht unterhalb oder oberhalb des Profilstoßes auf zwei unterschiedlichen Profilen befestigt werden. Keramikplatten haben den Vorteil, dass sie nur temperaturbedingte, jedoch keine Feuchte bedingten Verformungsänderungen aufweisen.

Befestigung auf der Unterkonstruktion
Die Befestigung der Keramikplatten mittels mechanischer Befestigungselemente erfolgt punktförmig an definierten Stellen der Platten. Dabei unterscheidet man die sichtbare und die verdeckte Befestigung.

Quelle: FVHF Focus - Gestaltungsqualität von vorgehängten hinterlüfteten Fassaden (VHF), Berlin