VHF: Verdeckte Befestigung
Keramikplatten werden bei vorgehängten hinterlüfteten Fassaden (VHF) punktförmig an definierten Stellen mittels Halterungen befestigt. Dabei unterscheidet man die sichtbare und die verdeckte Befestigung.
Bei der verdeckten, rückseitigen Befestigung von Keramikplatten liegen die Befestigungspunkte in der Plattenfläche. Im Regelfall sind vier Punkte in einem Abstand vom Plattenrand angeordnet, der dem 0,1- / 0,2-fachen Betrag der jeweiligen Plattenbreite bzw. -höhe entspricht. Diese Befestigungsart bringt die Wertigkeit und Ästhetik einer keramischen Fassadenbekleidung am besten zur Geltung. Herstellerbezogen stehen verschiedene Systeme zur Verfügung: die Befestigung mit Hinterschnittankern, mit Verbundkörpern oder die Befestigung durch Kleben.
Hinterschnittanker
Die Befestigung mit Hinterschnittankern kommt am häufigsten zur Anwendung. Die Hinterschnittbohrungen müssen im Regelfall objektbezogen bereits werkseitig gebohrt werden, so dass dem Ausführenden ein hoher Grad an Vorfertigung zur Verfügung steht. Die Hinterschnittanker selbst dienen der Befestigung sogenannter Agraffen, mit denen die keramische Platte in das waagerechte Tragprofil der Unterkonstruktion eingehängt, justiert und befestigt wird. Es sind nur Hinterschnittanker einzusetzen, die in der jeweiligen Zulassung des Keramikanbieters namentlich genannt sind.
Verbundkörper
Bei der Befestigung mit Verbundkörpern wird eine runde keramische Scheibe mit integrierter nichtrostender Schraube mittels eines Glaslotrings auf die Plattenrückseite aufgesintert. Auf der Schraube dieses Befestigungselementes wird dann mit einer selbsthemmenden Mutter die Agraffe befestigt. Bei beiden Befestigungsarten - Hinterschnittanker und Verbundkörper - zeigen sich in der Fassade offene Vertikal- und Horizontalfugen.
Verklebung
Eine weitere Möglichkeit der Befestigung von keramischen Fassadenbekleidungen auf Aluminium- Unterkonstruktionen ist das Kleben. Dieses Verfahren ist in der Regel bis zu 20 Meter Gebäudehöhe zulässig. Langzeiterfahrungen liegen noch nicht vor.
Alle hier beschriebenen Befestigungen bedürfen einer allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt). Dies betrifft auch die gegenüber der EN 14411 Keramische Fliesen und Platten - Begriffe, Klassifizierung, Gütermerkmale und Kennzeichnung gestellten höheren Qualitätsanforderungen an die Keramikplatten. Die Komponenten der bauaufsichtlich zugelassenen keramischen Fassadensysteme sind gezielt aufeinander abgestimmt, und ein optimales Tragverhalten ist nur dann zu erwarten, wenn die für die einzelnen Systeme gestellten Bedingungen auch eingehalten werden. Dies gilt sowohl bezüglich der Materialeigenschaften der verwendeten Einzelteile als auch bezüglich deren geometrischer Ausbildung, sowie der Einhaltung konstruktiver Anforderungen an die Unterkonstruktion und der Beachtung der Toleranzanforderungen bei der Montage.
Quelle: FVHF Focus - Gestaltungsqualität von vorgehängten hinterlüfteten Fassaden (VHF), Berlin