Sonderanwendungen
Ableitfähige Böden
Ableitfähige Böden werden zur Vermeidung von Zündgefahren infolge elektrostatischer Aufladung verwendet. Man findet sie überall dort, wo sich explosionsfähige Gemische von Gasen, Dämpfen, Nebeln oder Stäuben mit der Luft bilden können. Dazu gehören unter anderem Gebäude der chemischen Industrie, der Lackherstellung und Lackverarbeitung sowie der Explosionsstoffherstellung, aber auch Labors, Computer-, Operations- und Reinräume. Gemäß der Richtlinien für die Vermeidung von Zündgefahren infolge elektrostatischer Aufladungen werden in gefährdeten Bereichen verschiedene Ableitwiderstände RE gefordert. Diese sollten beispielsweise im Bereich Explosivstoffe ≤ 106 Ohm und in medizinisch genutzten Räumen (explosionsgefährdeten Bereichen) ≤ 107 bzw. 108 Ohm sein. Ableitfähige Fliesen werden mit leitfähigem Kleber/Mörtel und leitfähiger Fugenmasse auf einem geerdeten Gitter aus Kupferbändern bzw. Kupferfolienbändern verlegt.
Die Forderung nach ableitfähigen Böden wird manchmal mit weiteren Anforderungen kombiniert. So muss man sich beispielsweise bei der Wahl von Wand- und Bodenfliesen für Operationsräume auch mit den Themen Laserstrahlung und Rutschhemmung auseinandersetzen.
Blindenleitsysteme
Als Orientierungshilfe für blinde und sehbehinderte Personen werden Bodenindikatoren in öffentlich zugänglichen Einrichtungen, Verkehrsanlagen sowie Straßenräumen verwendet. Die entsprechenden Fliesen sind eben, trittsicher (Trittsicherheitsgruppe 11) und mit einer speziellen Oberflächenrillenprägung versehen, die sich mit dem Blindenstock abtasten lässt. Leit - und Taststreifen sollten farblich mit dem Flächenbelag kontrastieren.
Säureschutzbau
Eine besondere Beanspruchung tritt für Fliesen dann auf, wenn sie als Wandbekleidungen und Bodenbeläge, für Behälter oder in Sole-, Mineral- und Therapiebäder mit ständiger chemischer Beanspruchung eingesetzt werden. Die entsprechend behandelten Fliesen werden dann auf chemikalienbeständigen Dichtschichten verlegt.