Messenachbericht Cevisama 2016

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Neuigkeiten aus der spanischen Fliesenwelt

Bereits zum 34. Mal fand Anfang Februar 2016 die internationale Fliesenfachmesse Cevisama im spanischen Valencia statt. Wir waren vor Ort und haben uns nach neuen Trends und echten Innovationen umgeschaut – und die waren diesmal nicht einfach auszumachen. Denn noch immer beherrschten Holz- und vor allem Steinimitate in allen Variationen das Bild, auch wenn sich das Verhältnis mittlerweile zugunsten der Steinoptiken verschoben hat. Noch immer sind die Farben eher gedämpft und meist erdig, die Muster fein und die Formate zwar groß, aber nicht riesig.

Doch beginnen wir mit den Mustern, die in diesem Jahr farblich zurückhaltend und überwiegend grafisch daherkommen. Und obwohl der Zementfliesen-Boom der letzten Jahre nachgelassen hat, stellen wir hier einige vor, die uns besonders gut gefallen haben. Vives zeigte mit der Serie Maorí matte Feinsteinzeugfliesen im Format 20 x 20 cm, die in verschiedenen Modellen verfügbar sind: Das Motiv auf Ladakhi ist der bürgerlichen Ästhetik des 20. Jahrhunderts nachempfunden, das Karomuster auf Hamar wirkt, als sei es mit einem Aquarellpinsel aufgemalt. Passend zum Thema hat Ceracasa seine schwarz-weißen, 15 x 15 cm kleinen Fliesen Retro genannt und auch bei Aparici heißen die Zementfliesennachbildungen aus Feinsteinzeug im Format 30 x 30 cm Retro. Mit 60 x 60 cm doppelt so groß und deutlich farbiger ist die gemusterte Fliesenkollektion von Azteca namens Settecento 60. Leicht abgenutzt dagegen (Vintage läst grüßen) sieht das Dekor einer weiteren Kollektion von Vives aus: Die 60 x 60 cm großen und in erdig warmen Farbtönen gehaltenen Feinsteinzeugfliesen Basic Beta sind in matter und geschliffener Ausführung erhältlich. Ebenfalls etwas verwaschen ist das Muster auf den glasierten Steinzeugfliesen der Serie Dover Antique von Porcelanosa, die einmal nicht quadratisch, sondern rechteckig (31,6 x 90 cm) sind. Schon sehr viel stärker abgenutzt scheinen die Oberflächen von FS, die der Designer Francisco Segarra für den spanischen Hersteller Peronda entwarf. Sie werden in den Formaten 33 x 33 cm und 45 x 45 cm angeboten.

In eine ganz andere Richtung gehen die 31 x 75 cm großen Steingutfliesen Judit und Juliette von Azteca, bei denen grob gewebte Tweedstoffe als Vorlage dienten. Die Muster der fünfeckigen, unifarbenen Fliese Stimulus, die das Architekturbüro Kambiam für Peronda entwickelten, entstehen dagegen erst bei der Verlegung. Sie besitzen unterschiedliche Seitenlängen, die sich auf verschiedene Weise zusammensetzen lassen. Exakt verlegt werden müssen hingegen die Fotofliesen Emotile, die Ceracasa nach Wunsch fertigt. Umsetzen lässt sich alles, was man fotografieren kann. Besonders schön ist, dass der Druck über die gerundete Fliesenkante reicht und auf diese Weise störende Fugen kaum in Erscheinung treten. Die bedruckten Fliesen eignen sich für Böden und Wände im Innenbereich genauso wie für Fassaden. Nur für Innenräume und am besten im Kinderzimmer machen sich hingegen die Mini-Letters aus der Metro-Serie von Cevica im Format 10 x 25 cm.

3-D-Muster und Metalloptiken
Sehr viel stärker als farbige Muster waren auf der diesjährigen Cevisama dreidimensionale Wellen- und Rillenreliefs vertreten. Sie gab es meistens passend zu den zahlreichen Naturstein- und Betonimitatkollektionen. Da diese sich vielfach sehr ähnlich sahen, sind hier nur ein paar aufgeführt: Grespania zeigte zu seiner Zementoptikserie Tempo die Relieffliese Canyon im Format 30 x 60 cm, Azulev zu seiner Natursteinoptikserie Sintesis die Wandfliesen Branches mit Wellenrelief im Format 40 x 120 cm. Bei Tau Ceramica gehört die 25 x 75 cm große Wellenrelieffliese Brisa zur Kollektion Yaiza, bei Roca Ceramica gibt es eine 30 x 90 cm große Wellenrelieffliese zur weißscherbigen Wandkollektion Hotel.

Aus all den grauen, beigefarbenen und braunen Fliesen stachen vor allem die Metalloptiken heraus, die ebenfalls viele Hersteller im Programm hatten. Saloni zeigte mit Up eine Wandfliesenkollektion, die neben den Farben Weiß und Schwarz auch in Bronze und Silber erhältlich ist und zudem ein ausgeprägtes Oberflächenrelief besitz. Gold und Silber dagegen sind die Wandfliesen Omega von Aparici, die Vintage mit Luxus vereinen. Es gibt sie in den drei Größen 90 x 90 cm, 60 x 60 cm und 30 x 60 cm sowie als 60 x 60 cm große Hexagonalfliese. Bei Glasmosaikfliesen sind Gold- und Silbertöne schon länger üblich: Alltoglas zeigte einen silbrigen Glasfliesenmix, Cevica einen goldenen. Besonders strahlend war es am Messestand von Alea: Die kleine Firma stellt selbst keine Fliesen her, sondern kauft und veredelt sie mit echten Metalllegierungen: mal glitzernd wie ein Paillettenkleid, mal matt, mal spiegelnd glänzend. Aleatory etwa ist eine dreidimensionale Wandfliese im Format 15 x 15 cm, die in drei verschiedenen Reliefs in Gold, Silber und Kupfer lieferbar ist.

Überhaupt schien es, als hätten sich die Hersteller abgesprochen, so sehr glichen sich die neuen Produktlinien. Dazu kommt, dass alle alles produzieren, um sich möglichst große Marktanteile zu sichern. So stellen Keramikersteller Glasmosaike her und umgekehrt bedrucken diese ihre Glasfliesen in der Art, dass sie sich von Keramikfliesen nicht unterscheiden. Selbst Nischenanbieter wie das Familienunternehmen Cevica schaffen sich teure Digitaldruckmaschinen an, um mithalten zu können, statt sich auf das zu konzentrieren, was sie am besten können: nämlich kleinformatige Wandfliesen in einer Farbenvielfalt, die kaum zu übertreffen ist. Andere Firmen wie beispielsweise Inalco setzen auf neue Märkte: Ihre 12 mm starken und 320 x 150 cm großen Feinsteinzeugplatten Itopker sollen verstärkt als Tisch- und Küchenarbeitsplatten, aber auch an Fassaden zum Einsatz kommen. Zum einheitlichen Gesamteindruck der Messe hat das Fehlen der extrem opulent dekorierten Messestände beigetragen, die dem Einbruch des russischen Marktes geschuldet sind. Um etwa die Hälfte ist er im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen.

Marmor-, Stein- und Betonrepliken
Nahezu jeder Hersteller zeigte hochglanzpolierte Marmornachbildungen. Einer weißen Carraramarmorart ist die Feinsteinzeugfliesenserie Calacata von Grespania nachempfunden (Abmessungen 10 x 30 cm, 30 x 60 cm, 60 x 60 cm und 60 x 120 cm); die Variante Palace Calacata ist kalibriert und besitzt eine hochglänzend polierte Oberfläche. Auf dem Messestand waren sie zusammen mit den Großformatplatten Lava Marrón aus der Serie Coverlam in einer Cortenstahlnachbildung zu sehen, die in den Formaten 50 x 50, 100 x 100 und 100 x 300 cm verfügbar sind. Bei Keraben heißen die Marmorimitate Evoque und sind als Bodenfliesen in den Formaten 75 x 75 und 37 x 75 cm, als Wandfliese im Format 30 x 90 cm und mit verschiedenen Oberflächenstrukturen erhältlich. Beide Ausführungen gibt es sowohl in matt als auch glänzend.

Verschiedene Zementinterpretationen zeigte Roca Ceramica. Darunter die rustikal anmutende Serie Derby in den Formaten 80 x 80 cm, 24,6 x 101 cm, 50 x 100 cm und 61,5 x 61,5 cm und den vier Farben Schwarz, Grau, Beige und Vision – eine Farbe, die an Schlamm erinnert. Die Farben von Zement und die Oberflächenstruktur von Holz hat der gleiche Hersteller in der Serie Norfolk vereint; sie ist in Weiß, Grau, Beige und Schwarz in den Formaten 60 x 120 cm, 19,5 x 120 cm and 60 x 60 cm verfügbar. Keraben mischt in der Serie Track verrostetes Metall mit Zement. Die Bodenfliesen werden in den Formaten 75 x 75 cm, 60 x 60 cm, 37 x 75 cm, die Wandfliesen in 30 x 90 cm angeboten. Eine etwas feinere Zementoptik zeigte Azulev mit der Kollektion Motion. Hier sind die Wandfliesen 40 x 120 cm, die Bodenfliesen 59 x 59 cm groß. Sogar der Glasmosaikfliesenhersteller Alltoglas stellte mit Cement Baroque eine Zementnachbildung aus bedruckten Minihexagagonalfliesen vor.

Holzimitatfliesen
Obwohl es schon im letzten Jahr den Anschein hatte, als sei der Markt für Holznachbildungen gesättigt, waren sie noch immer auf fast jedem Messestand vertreten. Häufig sind sie ihren Vorbildern so ähnlich, dass sie beim Anfassen eine gewisse Irritation hervorrufen, da die sichtbare Erscheinung nicht mit der fühlbaren Oberfläche übereinstimmt. Als Beispiel sei hier die Fliesenserie Sherwood von Grespania genannt, deren samtig matte Oberfläche eine feine Staubschicht zu überziehen scheint. Die kalibrierten Fliesen gibt es in den Formaten 19,5 x 120 cm, 14,5 x 120 cm und 15 x 80 cm sowie den vier Farben Nogal, Roble, Haya und Cedro. Naturgetreu nachempfunden sind auch die Holzimitatfliesen der Serie Forest Mumble von Peronda. Das Feinsteinzeug ist in zwei Formaten 16 x 90 und 20 x 120 cm, den Farben Nussbaum sowie gealterte, französische und gebürstete Eiche erhältlich. Den gleichen Namen und ein ähnliches Aussehen weist die Kollektion Forest von Grespania auf. Rustikaler sind die Fliesen 1327 mit unterschiedlichen Farbabstufungen in einem Dielenformat von Porcelanitedos; ebenfalls rustikaler sind die Bodenfliesen Wood 66 mit scheinbar sägerauer Oberfläche, die das zur Keraben-Gruppe gehörende Unternehmen Metropol vorstellte. In die gleiche Richtung geht die Fliesenkollektion Woodstock von Tau Ceramica, die wie abgenutzte Holzdielen aussehen und in acht Farben und den zwei Formaten 45 x 90 und 22,5 x 90 cm angeboten werden.

Schlussbemerkung
Wirklich schön waren in diesem Jahr die Messestände. Bis ins letzte Detail durchgestaltet und liebevoll dekoriert vermittelten sie einen guten Eindruck davon, wie die Fliesen verbaut aussehen können. Schlicht und edel sah es beispielsweise bei Tau Ceramica aus, in der Garage hingegen, in der Peronda seine Vintagefliesen ausstellte, konnte man das Öl förmlich riechen. Insgesamt zeigte sich an den Ständen, dass es der spanischen Keramikindustrie trotz geringer Wachstumsraten wieder besser geht. Die Zahl der Aussteller belief sich auf 682, die der Fachbesucher auf über 76.000, davon kamen 14.000 aus dem Ausland.

Surftipps

www.cevisama.com