Dachbahnen aus PVC

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PVC-Abdichtungsbahnen bestehen überwiegend aus Polyvinylchlorid, einem Kunststoff, der durch Zugabe von Weichmachern und Stabilisatoren weicher und formbar gemacht wird. Sie gehören zu den ältesten Kunststoffabdichtungssystemen und liegen gemäß Schätzungen auf etwa 30% der europäischen Flachdächer.

Aufgrund veränderter Anforderungen sowie zahlreicher Schäden wurden PVC-Dachbahnen schon mehrfach modifiziert. Von 1970 bis etwa 1990 waren die Bahnen häufig zu dünn, auch Kontraktion aus Schrumpf, Versprödung mit Sprödbrüchen und Schweißfehler waren weit verbreitet. Heute sind zahlreiche PVC-Dachbahnen mit den verschiedensten Materialeigenschaften erhältlich. Die Regel sind Bahnendicken von mindestens 1,2 mm, meist 1,5 mm und Trägereinlagen oder Kaschierungen. PVC-Dachbahnen sind alterungs- und feuchtebeständig, dagegen durchweg wärmeempfindlich, nicht beständig gegen organische Lösemittel und nur in Sonderformen bitumenverträglich. Unter Bewitterung wird die den PVC-Dichtungsbahnen eigene hohe Festigkeit und Teilelastizität abgebaut. Gefährlich wird es im Brandfall: Je nach Temperatur, Sauerstoffzufuhr und Einwirkung von Wasser setzt PVC eine Vielzahl giftiger Brandgase und Salzsäuredämpfe frei u.a. FCKW, Chlor und Dioxine).

Bei bitumenverträglichen Bahnen kann es zu natürlichem Schrumpf durch Auswandern der Polyester-Weichmacher (Lösungsmittel) kommen. Deshalb ist auch ein direkter Kontakt mit Bitumen, Dämmstoffen, Ölen oder öligen Holzschutzmitteln zu vermeiden und die Bahn durch Trennlagen zu schützen. Eine einfache Schutzfolie über der Abdichtung wirkt sich positiv auf die Nutzungsdauer aus. Je besser der thermische und chemische Schutz, desto beständiger sind PVC-Dichtungsbahnen.

PVC-Dichtungsbahnen und ihre Schweißnähte gelten als wurzelfest, ablagernde Schmutzschichten wie unter Kiesdeckschichten und Begrünungen schädigen jedoch den Kunststoff. Bei diesem als „Aktivkohle-Effekt“ bezeichneten Schaden wandern Weichmacher aus, die Dachbahn verhärtet, versprödet und schrumpft. Zur Vermeidung von stehendem (Schmutz-)Wasser ist ein ausreichendes Entwässerungsgefälle besonders wichtig.

Die Haltbarkeit und Nutzdauer von PVC-Dichtungsbahnen hängt von der Anfangsdicke der Dichtungsbahn ab; normierte Bahnen sollen eine Mindeststärke von 1,5 mm aufweisen, eine Dicke von 2,0 mm aber nicht überschreiten. Angeboten werden sie unverstärkt oder mit Einlagen aus Glas- oder Polyestervlies. Die Befestigungsart und die Oberflächenbehandlung sind auf den Untergrund, auf die Konstruktion und auf die Überdeckung abzustimmen.