Glasdach: Konstruktionen

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Glasdächer ermöglichen einen maximalen Tageslichteintrag, da der Zenitlichtanteil besonders hoch ist. Die Größe der Öffnung sollte abhängig sein von der Nutzung des darunter liegenden Raumes und von der gewünschten Ausleuchtung. Dabei muss zwischen Tageslichteinfall, Transparenz, Sonnenschutz und Lichtdurchlässigkeit des Glases abgewogen werden.

Als großflächige Öffnungen für Flachdächer kommen Glasdächer in verschiedenen Varianten infrage, zum einen individuelle Glaskonstruktionen in Teilbereichen eines Flachdaches, z.B. über Atrien, zwischen zwei Baukörper oder als Treppenauge gen Himmel. Zum anderen besteht die Möglichkeit industriell vorgefertigte Konstruktionen zu verwenden. Sie unterscheiden sich in ihrer Profilwahl z.T. völlig von den üblichen Glaskonstruktionen und sind in ihren Formen weitgehend frei wählbar bzw. können auf Architektur und Nutzerbedürfnisse abgestimmt werden. Das Gestaltungsspektrum reicht von Kuppeln, Polygonen, Pyramiden- und Tonnenformen bis zu Walm- oder Satteldachkonstruktionen, die in ihren Neigungen zusätzlich variierbar sind.

Das Aufsetzen einer Glasdachkonstruktion im Flachdach kann durch den reduzierten Kunstlichtbedarf zwar zu Einsparungen beim Stromverbrauch führen, jedoch liegt ihr maximaler Wärmeschutz im Verhältnis zu dreifachverglasten Seitenfenstern im eher mäßigen Bereich. Einigen Herstellern gelingen Glasdachkonstruktionen bis zu einer Größe von etwa 600 m² mit U-Werten von ca. 1,2 W/m²K. Die tragenden Teile bestehen dabei aus thermisch getrennten, wärmegedämmten Aluminiumprofilvarianten; auch Stahl- oder Holzaufsatzkonstruktionen sind möglich. Mit zusätzlichen Außendichtungen der Profile kann der Wärmeschutz weiter verbessert werden. Problematisch werden Glasdächer, wenn trotz einer veritablen Größe kein Sonnenschutz vorgesehen ist und sich die darunter liegenden Räume im Sommer entsprechend stark überhitzen. 

Neben den ästhetischen und bauphysikalischen Anforderungen müssen Glasdachkonstruktionen auch funktionalen Aspekten gerecht werden: Über die Luft- und Schlagregendichtigkeit sollten beim Einbau zumindest positive Prüfberichte vorliegen. Glasdächer mit integrierten Öffnungsflügeln können auch die Funktion von Rauch-Wärme-Abzugsanlagen (RWA) übernehmen. Sie werden dann mit einem zentral gesteuerten Motoröffner versehen, der im Bedarfsfall dafür sorgt, dass sich die Fensterflügel aufstellen lassen.

Quelle: D. Haas-Arndt, Hannover