Dachbahnen aus ECB
Dach- und Dichtungsbahnen aus Ethylen-Copolymerisat-Bitumen, kurz ECB, werden im Extruderverfahren aus Granulat und einem mittig eingelagerten Glasvlies hergestellt. Während das Granulat aus einem ausgewogenen Mischungsverhältnis von Kunststoffen (Polyethylen) und Bitumen besteht, stellt das Glasvlies das „Rückgrat“ der Dachbahn dar und sorgt für Dimensionsstabilität. Die eingemischten kugelförmigen Bitumenteilchen wirken im Kunststoffgefüge wie ein Weichmacher, so dass der Kunststoff im niedrigen Temperaturbereich quasi elastisches Verhalten zeigt. Für spezielle Anforderungen wie z.B. bei rauem Untergrund oder Dachsanierungen wird eine Produktalternative mit zusätzlicher Polyesterkaschierung auf der Unterseite angeboten.
Das Polymer im Werkstoff bildet die kohärente, zusammenhängende Phase, die verantwortlich ist für Festigkeit, Zähigkeit, Wärmestandfestigkeit, Kältebiegeverhalten und chemische Resistenz. Das Bitumen ist tröpfchenförmig eingelagert und beeinflusst die Kältezähigkeit, garantiert die Bitumenverträglichkeit und die Witterungsstabilität. Durch Verschiebung der Bitumen- und Polymeranteile sowie die Zugabe von Farbpigmenten kann ECB inzwischen so gestaltet werden, dass sich seine technischen Eigenschaften und seine Farbe nur unwesentlich von TPO-Bahnen unterscheiden.
ECB-Dichtungsbahnen und ihre Schweißnähte gelten als wurzelfest. Ihre Mindestnenndicke bei Anwendungskategorie K1 beträgt 2 mm, bei Anwendungskategorie K2 2,3 mm. Sie werden einlagig verlegt (lose verlegt, mechanisch verankert, bitumig oder mit Polyurethanklebern streifenweise verklebt). Die materialhomogene Nahtfügung erfolgt durch Heißluftverschweißung. Lose verlegte Abdichtungen müssen zum Auffangen von Rückstellkräften an allen Rändern, Anschlüssen und Hohlkehlen linienfixiert werden. Zur materialhomogenen Verarbeitung bieten sich auch Formteile aus ECB an.
