Gefälle

Bildergalerie | 1 |

Die Flachdachrichtlinie unterscheidet zum Thema „Dachneigung, Gefälle“ in nicht genutzte und genutzte Dächer mit Abdichtungen.

Bei den nicht genutzten Dächern und Flächen mit Abdichtungen wird unter Punkt 2.3.1, (1) der Flachdachrichtlinie u.a. gefordert, dass Flachdächer i. d. R. mit einem Mindestgefälle von 2% (entspricht 1,1°) geplant werden sollen*. Dies liegt darin begründet, dass stehendes Wasser die Dachhaut belastet und somit die Lebensdauer des kompletten Dachaufbaus verkürzen kann. Untersuchungen haben zudem gezeigt, dass ein effektiver Abfluss des Niederschlagswassers erst ab einer Neigung von mehr als 3% bis hin zu sogar 5% gewährleistet ist: Infolge von zulässigen Ebenheitstoleranzen in der Unterkonstruktion, Durchbiegung der tragenden Bauteile und aufgrund von Überlappungen in der Abdichtungsebene kann es ansonsten zur Behinderung des Wasserablaufes kommen.

Sollte diese Ausführung mit Mindestgefälle (auch in Teilbereichen) aus baukonstruktiven oder wirtschaftlichen Gründen nicht oder nur schwer möglich sein, so werden gemäß Punkt  2.3.1, (3) besondere Maßnahmen erforderlich, um der höheren Beanspruchung aufgrund von stehendem Wasser gerecht zu werden. So können diese Konstruktionen nur der Anwendungskategorie K1  zugeordnet werden (Standard-Dachkonstruktion, d.h.  Dachabdichtungen, an die übliche Anforderungen gestellt werden – stellt die Mindestanforderung an Dachabdichtungen dar). Die Stoffauswahl ist dann für die Dachabdichtung nach der Bemessungsregel für die Anwendungskategorie K2 vorzunehmen (höherwertige Dachkonstruktion; Stoffauswahl gemäß Tabelle 4 und 5 der Flachdachrichtlinie).

Bei den genutzten Dächern und Flächen mit Abdichtungen wird unter Punkt 3.2.1 der Flachdachrichtlinie hingegen bzgl. des Gefälles ‚lediglich‘ gefordert, dass „grundsätzlich durch bautechnische Maßnahmen dafür zu sorgen ist, dass das auf die Abdichtung einwirkende Wasser dauernd wirksam so abgeführt wird, dass es keinen bzw. nur einen geringfügigen  hydrostatischen Druck ausüben kann. (…) Sollten sich geringfügige, aber länger einwirkende Mengen stehenden Wassers (wie Pfützen) schädigend auf Schutz- und Belagsschichten auswirken, (…) so ist durch eine planmäßige Gefällegebung oder andere Maßnahmen für eine vollständige Wasserableitung zu sorgen.“

*Die Flachdachrichtlinie verwendet zur Bezeichnung der Dachneigung sowohl Prozent- als auch Gradangaben, dies führt immer wieder zu Verwirrungen. In der beigefügten Grafik finden Sie eine Umrechnungstabelle von Prozent/Grad.