Wettbewerb Changing the Face entschieden

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Umgestaltung des Puschkin-Filmtheaters in Moskau

Unter dem Namen Changing the Face findet seit 2008 einmal oder mehrmals jährlich ein Wettbewerb statt, der sich mit der Umgestaltung eines ikonischen Bauwerks befasst. In diesem Jahr suchte der Auslober, die Firma Dupont, Vorschläge zur Fassadengestaltung des 1961 errichteten Puschkin Filmtheaters in Moskau. Der Charakter des Gebäudes sollte erhalten bleiben, seine Anziehungskraft als Hauptveranstaltungsort der Moskauer Filmfestspiele jedoch gesteigert werden. Von 500 eingereichten Arbeiten aus über 60 Ländern prämierte das Preisgericht die folgenden drei:

  • 1. Preis: „Frozen in Time“ von Juan Andres Diaz Parra, Charlie Kentish und Evelyn Sam Soon, Kolumbien/CO
  • 2. Preis: „Moving Light Palace“ Franziska Böttcher, Jenny Großmann und Adrian Reinboth, Hildesheim
  • 3. Preis: „The Pushinsky Jewel“ von Joseph Sung, London/GB
Bemerkenswert ist, dass die Jury den Begriff der Fassade im Rahmen des Wettbewerbs offenbar neu definierte, denn eine Fassade im klassischen Sinn ist nur im Entwurf von Joseph Sung aus London vorgesehen: Hier soll eine Gebäudehülle aus Glas das Theater vor Licht und Witterung schützen und außerdem seine Energieeffizienz verbessern. Im Gegensatz zu diesem funktionalen Ansatz entwickelten das Architektenteam aus Kolumbien und das Studierendenteam aus Hildesheim Konzepte, in denen Produkte von Dupont zu einer künstlerisch anmutenden Installation zusammengesetzt wurden: „Frozen in time“ ist eine Konstruktion aus tragenden Metallelementen und Glaskugeln, die sich von einer Eisskulptur im Winter zu einem Nebelschleier im Sommer verwandelt. Wasser durchfließt die Konstruktion und wird bei niedrigen Temperaturen zu Eis. Bei warmen Temperaturen wird es versprüht, sodass sich ein kühler Nebelschleier um das Gebäude legt.

Der interaktive Lichtvorhang des Projekts „Moving Light Palace“ besteht aus sogenannten elektrolumineszenten Lichtfäden, die vor die Fassaden des Lichtspielhauses gehängt sind. Jeder einzelne der mit PVC und Teflon umhüllten Fäden reagiert individuell auf Bewegung und leuchtet bei Wind oder Berührung auf. Dadurch entstehen Lichtspiele, die in der dahinter liegenden, kupfergoldenen Glasfassade und in den schmalen Wasserbecken vor dem Kino reflektiert werden. Während des Tages bildet der Vorhang eine transluzente, reflektive, glasartige Hülle. Am Abend, wenn das Theater mit Besuchern gefüllt ist, leuchtet das Gebäude auf und wird zum Fokuspunkt des Puschkinplatzes.

Die Jury begründete ihre Auswahl der Gewinner damit, dass alle drei „kreatives ästhetisches Denken und technische Innovationen zu Lösungen kombiniert haben, die einem alternden Wahrzeichen wie dem Puschkin Kinotheater neues Leben einhauchen.“

Bildnachweis: Architizer.com

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