Absturzsicherung für linienförmig gelagerte Vertikalverglasungen
Abschlussarbeit im Masterstudiengang „IFDC – International Facade Design and Construction“ an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe in Detmold
Der erste Absolvent, der das Studium IFDC – International Facade Design and Construction an der Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur in Vollzeit, d.h. in drei Semestern absolviert hat, darf sich nun „M.Eng. - Master of Engineering“ nennen. Herr Peeraphol Chirayucharoensak aus Singapur hat für seine Masterthesis in Zusammenarbeit mit der Dorma GlasTec eine Absturzsicherung für linienförmig gelagerte Vertikalverglasungen entwickelt. Der Hersteller Dorma und fünf weitere Kooperationspartner aus den Bereichen Fassadenbau, Fassadenplanung und Fassadenberatung unterstützten den nicht-konsekutiven Studiengang an der Detmolder Hochschule seit 2008.
Das Ziel bei der Entwicklung der Absturzsicherung für linienförmig gelagerte Vertikalverglasungen war einerseits, ein ansprechendes funktionierendes System anhand der TRAV (Technische Regeln für absturzsichernde Verglasungen) zu finden, um die Fassadentypen aus der Kategorie A in die Kategorie C3 einstufen zu können und dadurch eine Minderung der Glasdicken sowie des Glasaufbaus zu realisieren. Andererseits sollten bautechnische und gestalterische Aspekte der Fassade mit einem neuen Produktansatz verbessert werden.
Die Entwicklung des Konzeptes wurde in vier Schritten verfolgt:
- Rechtliche Rahmenbedingungen in den gewählten Ländern und Märkten
- Gestalterischer Ansatz und architektonisches Konzept
- Konzeptuelle Produktentwicklung
- Erstellung eines projektbezogenen Fassaden-Mock Up´s
Das präsentierte Modell (Mock-Up) ist in Größe und Ausführung in den einzelnen Bauteilen überdimensioniert. D.h. die FE-Analyse (siehe Surftipp Baunetz Wissen Glas) ergab, dass Punkthalter mit einem Durchmesser von 10 mm für die anzunehmenden Lasten ausreichen würde. Standardmäßig beginnt das Produkt bei Dorma jedoch mit 20 mm als kleinstes Maß und wurde somit für das Konzeptmodell verwendet. Trotzdem behält die Reling ihre schlanke Gestalt und ihre unaufdringliche Erscheinung. Bei zunehmender Spannweite führt dies zu einem weiteren Zurücktreten hinter die existierenden Elemente der Fassade.
Der Ansatz hin zu einer Mischung unterschiedlicher Materialien geht zum einen zurück auf die Anforderungen aus den aufzunehmenden Lasten und zum anderen auf Untersuchungen zur visuellen Wahrnehmung des neuen Elementes in der Fassade von innen und außen. Bewusst wurde das verwendete Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG) auf der Unterseite satiniert, und tritt somit durch eine erhöhte Streuung des einfallenden Lichts sowohl bei starker Sonneneinstrahlung von außen, als auch bei der Belichtung mit künstlichem Licht von innen, optisch in den Hintergrund. Die Verwendung von Edelstahl für die Oberflächen der verbindenden Bauteile, sowie der oberen Schichtung ist zunächst den existierenden Produkten der Dorma Gruppe geschuldet, kann aber je nach farblicher Gestaltung einer bestehenden Fassade, mit einfachen Mitteln angeglichen werden. Diese Flexibilität in Dimensionierung und Gestaltung erweitert somit das mögliche Marktsegment bei der Verwendung im Neubau und im Bestand.
Die Arbeit wurde fachlich begleitet von Prof. Dr.-Ing. Ulrich Knaack (Hochschule OWL), Alexander Jung (Dorma GlasTec, Detmold) und Dipl.-Ing. Holger Strauß (Hochschule OWL, Studienorganisation IFDC).
Surftipps
Studieninteressierte können sich unter dem folgenden Link informieren: www.fassadenmaster.de
www.baunetzwissen.de/Glas > Bemessung von punktgelagerten Verglasungen
