Rechtliche Bestimmungen für die Installation

Die Sicherheit elektrischer Anlagen hat höchste Priorität. Für das Errichten und Betreiben elektrischer Anlagen gibt es eine Vielzahl von Normen, Vorschriften, Verordnungen und Gesetzen. Die wichtigsten werden nachfolgend aufgeführt und kurz charakterisiert.

  • Die „Zweite Durchführungsverordnung zum Energiewirtschaftsgesetz“ in der Fassung vom 14.01.1987 (BGBl. I) legt fest, dass bei der Errichtung und Unterhaltung von Anlagen zur Erzeugung, Fortleitung und Abgabe von Elektrizität die „allgemein anerkannten Regeln der Technik“ zu beachten sind. Die Rechtssprechung geht davon aus, dass die DIN-VDE-Bestimmungen bzw. die entsprechenden harmonisierten EU-Normen solche Regelungen sind.


  • Die DIN-VDE-Bestimmungen an sich sind keine Gesetze, sondern eben solche anerkannten Regeln der Technik.
    Viele Gesetze und Verordnungen beziehen sich auf die DIN-VDE-Bestimmungen als anerkannte Regeln der Technik, so dass ihnen in der Praxis größte Bedeutung zukommt. Nach herrschender Rechtsauffassung ist der Errichter und Betreiber in jedem Fall für die Einhaltung der anerkannten Regeln der Elektrotechnik selbst verantwortlich. Wer sich dabei nach den DIN-VDE-Bestimmungen richtet, liegt auf der sicheren Seite.


  • Die für die Elektroinstallation wichtigsten DIN-VDE-Bestimmungen sind in der
    DIN VDE 0100 mit allen 47 Teilen: Bestimmungen für das Errichten von Starkstromanlagen mit Nennspannungen bis 1000 V, niedergelegt.


  • Eine Reihe von weiteren für den Errichter wichtigen DIN-VDE-Bestimmungen sind im sogenannten „Auswahlordner für das Elektrotechniker-Handwerk“ des VDE-Verlags Berlin enthalten, den jeder eingetragene Handwerker besitzen sollte.


  • Planungsgrundlagen, Art und Umfang der Mindestausstattung sowie Festlegungen zur Leitungsführung und Anordnung der Betriebsmittel finden sich in der Norm DIN 18015: Elektrische Anlagen in Wohngebäuden.


  • In der „Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Elektrizitätsversorgung von Tarifkunden (AVBEltV)“ vom 21.06.1979 ist grundsätzlich festgelegt, dass elektrische Anlagen bei Kunden nur durch einen bei VNB eingetragenen Elektroinstallateur errichtet, erweitert, verändert und unterhalten werden dürfen.


  • In den AVBEltV ist festgelegt, dass die EVU „Technische Anschlussbedingungen“ (TAB) für den Anschluss an das Niederspannungsnetz herausgeben können, so dass sie in der Praxis in jedem VNB-Bereich etwas anders aussehen. Die TAB sind im Juli 2000 anlässlich der Liberalisierung des Strommarktes grundlegend überarbeitet worden, u.a. mit dem Ziel, die vielen unterschiedlichen TAB-Fassungen zu vereinheitlichen (TAB 2000).



  • Die „Grundsätze für die Zusammenarbeit zwischen EVU und Elektroinstallateur“ sehen vor, dass in dieses Verzeichnis nur solche Elektroinstallateure aufgenommen werden dürfen, die in die Handwerksrolle eingetragen sind (und damit ihre Qualifikation nachgewiesen haben) sowie eine entsprechende Werkstattausrüstung einschließlich einer Auswahl aus dem Normenwerk besitzen. Die Eintragung in das Installateurverzeichnis wird durch einen Ausweis nachgewiesen, der nur für das jeweilige EVU bzw. jetzt den Verteilungsnetzbereich gilt.


  • Die Berufsgenossenschaftlichen Vorschriften der Berufsgenossenschaft Feinmechanik und Elektrotechnik - BGV (bisher Unfallverhütungsvorschriften – UVV) besitzen Gesetzeskraft. Sie beziehen sich ausdrücklich auf die anerkannten VDE-Bestimmungen (anerkannte Regeln der Technik). Die für die Elektro-Installation wichtigsten BG-Vorschriften sind die BGV A1 Allgemeine Vorschriften (bisher VBG 1) und BGV A2 Elektrische Anlagen und Betriebsmittel (bisher VBG 4).


  • Die BGV A2 Elektrische Anlagen und Betriebsmittel enthält insbesondere Vorschriften und Fristen für die Erst- und Wiederholungsprüfung elektrischer Anlagen.


  • Das „Gesetz über technische Arbeitsmittel“, das sogenannte Gerätesicherheitsgesetz besagt, dass technische Arbeitsmittel nur in den Verkehr gebracht werden dürfen, wenn sie den allgemein anerkannten Regeln der Technik sowie den Regeln der Sicherheitstechnik entsprechen.
    Nach diesem Gesetz dürfen Hersteller ihre Produkte mit dem GS-Zeichen (Geprüfte Sicherheit) versehen, wenn sie von einer zugelassenen Stelle, dem VDE-Prüf- und Zertifizierungsinstitut, geprüft worden sind. Das GS-Zeichen, das VDE-Zeichen, die Kombination beider sowie weitere Zeichen bescheinigen, dass das Betriebsmittel den Sicherheitsanforderungen entspricht.


  • Mit der Zunahme der Schäden erarbeiteten die Sachversicherer im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) - bisher Verband der Schadenversicherer (VdS) - die VdS-Vorschriften und –Merkblätter (hier bleibt die Bezeichnung VdS erhalten), deren Beachtung dringend anzuraten ist, da sonst der Versicherungsschutz verloren gehen kann.


  • Über weitere Vorschriften und Verordnungen, die bei der Planung elektrischer Anlagen im konkreten Fall anzuwenden sind, geben die Berufsgenossenschaften sowie die Bau- und Gewerbeausichtsämter Auskunft. Das können z.B. folgende sein:
    • Verordnung über den Bau von Betriebsräumen für elektrische Anlagen (EltBauV)
    • Sicherheitsvorschriften der Feuerversicherer
    • Gewerbeordnung mit ergänzenden Vorschriften
    • Arbeitsstättenverordnung und Arbeitstättenrichtlinien
    • Aufzugsverordnung
    • Verordnung über elektrische Anlagen in explosionsgefährdeten Räumen
    • Landesbauordnungen mit ihren ergänzenden Vorschriften und ggf. noch weitere