Nachbericht des 2. KNX-Kolloquium
Fachleute diskutierten über die Zukunft des Busstandards
Wo steht die Gebäudeautomation auf Basis des KNX-Bus heute und mit welchen Technologien kann er sich in Zukunft von anderen Systemen abheben? Um diese und weitere aktuelle Fragen zu diskutieren, kamen Partner, Systemintegratoren, Wissenschaftler und Teilnehmer aus den KNX-Mitgliedsunternehmen am 28. Oktober 2011 nach Frankfurt a.M. Neben Vorträgen zu den neuesten Entwicklungen stand eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion rund um das Thema Gebäudeautomation ist KNX – Das Konzept für die Zukunft auf dem Programm.
Fünf Fachleute verschiedener Unternehmen und der Moderator vom Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) diskutierten über den derzeitigen Entwicklungsstand und die Zukunftsfähigkeit von KNX. Sie kamen auf die Anbindung des Hauses an intelligente Netze, Smart Grids und Smart Metering sowie die Normung der Gebäudeausstattung zu sprechen. Großes Potenzial sah die Runde in den Bereichen Smart Building und Energieeffizienz. Doch es gebe auch noch viele Aufgaben zu bewältigen. „Die Produkte sind da, doch wir haben noch sehr hohe Aufwendungen für den Verbreitungsgrad. Bei der Marktdurchdringung im Elektrohandwerk gibt es noch erheblichen Nachholbedarf, in der Schulung der Technologie, aber auch bei der Applikation und dem Nutzen. Die Vorteile müssen wir außerdem Architekten und Wohnungsbaugesellschaften besser vermitteln“, so Harald Horst, stellvertretender Vorsitzender der KNX Deutschland.
Im Rahmen der Vorträge verdeutlichte der Projektbericht von Architekt Gilbert Weidemann, dass es noch Verbesserungsbedarf bei der Kommunikation zwischen Elektroinstallateur und Planer gibt. Kurz: Architekten wollen eine Gebäudetechnik, die funktioniert und das Design möglichst wenig stört. Die technischen Möglichkeiten von KNX sind vielen Architekten weitestgehend unbekannt. Weidemann wünschte sich in seinem Vortrag eine bessere Information der Bauherren über die Möglichkeiten der Gebäudeautomation durch die Industrie. Reduzierte Kosten für Bauteile und Programmierung sowie flexible Plug-and-play-Lösungen mit einfacher Programmierung würden nach Meinung des Architekten die Arbeit mit KNX erleichtern.
Nach den einzelnen Vorträgen und während der Pausen blieb viel Zeit, um die Themen im großen oder im kleinen Rahmen zu vertiefen. Das allgemeine Fazit der Veranstaltung: KNX ist auf einem guten Weg in die Zukunft. „Kennziffern wie die hohe Zahl verkaufter ETS (Engineering Tool Software)-Lizenzen, der Zuwachs an Partnern und Mitgliedsunternehmen unterstreichen die hohe Akzeptanz der Technologie weltweit“, fasste Harald Horst zusammen.
