Übersicht und Lieferformen von Dämmstoffen

Dämmstoffe werden trotz ihrer sehr unterschiedlichen Ursprungsmaterialien und der vielfältigen Ausführungsvarianten in nur vier verschiedenen Lieferformen angeboten:

  • Platten bzw. Matten
  • Schäume
  • Schüttungen
  • Einblasprodukte
Die Form der einzelnen Dämmungen ist einerseits abhängig von den Materialeigenschaften und andererseits von den Anwendungen. Die jeweilige Lieferform bedingt allerdings im entscheidenden Maße die Art der Verarbeitung. Am häufigsten sind Platten bzw. Matten. Im Folgenden werden die vier genannten Formen je nach Ausgangsmaterial unterschieden und kurz vorgestellt.

Platten und Matten aus Faserdämmstoffen
Klassische Faserdämmstoffe sind die Mineralfasern, i.d.R. Glaswolle oder Steinwolle. Eine weitere große Produktgruppe der Faserdämmstoffe wird aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt, wie Holz, Flachs, Hanf, Kokos, Kork , Schafwolle oder Zellulose. Die Unterscheidung Matte und Platte ist von der Formbeständigkeit abhängig. Platten sind formbeständig und verfügen i.d.R. über eine Falz, um Wärmebrücken zu minimieren. Matten werden auch als Rollenware vertrieben und sind mechanisch zu fixieren.
Anwendungen: Dämmung der Hülle im Skelettbau oder Massivbau, allerdings nicht gegen das Erdreich; außerdem die Dachdämmung flach und geneigt sowie die Dämmung unter Estrichen. Auch haustechnische Anlagen wie Lüftungskanälen, Heizungsrohre und raumakustische Maßnahmen können mithilfe von Platten und Matten aus Faserdämmstoffen gedämmt werden.

Platten aus kunststoffbasierten Hartschäumen
Die geläufigsten Hartschäume aus Kunststoff sind Polystyrol-Hartschäume. Auf Grund der Herstellungsart wird unterschieden zwischen XPS und EPS. Polyurethan-Hartschäume werden sowohl aus Kunststoff als auch aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. Hartschäume weisen ebenfalls - wie die Faserdämmstoffe - eine große Bandbreite der Anwendungsmöglichkeiten auf, ihr Vorteil liegt in der Anwendbarkeit in feuchtebelastetem Umfeld, so z.B. auch im Erdreich.
Anwendungen: Dämmung der gesamten Hülle im Massivbau; Dachdämmung flach und geneigt (Aufsparrendämmung) und eine Dämmung unterhalb von Estrichen.

Platten aus mineralischen Rohstoffen
Schaumglas wird im Wesentlichen aus Recyclingglas hergestellt. Es zeichnet sich insbesondere durch eine hohe Druckfestigkeit, Unempfindlichkeit gegen Feuchtigkeit und Dampfdichtigkeit aus. Mineralische Dämmstoffe wie Mineraldämmplatten und Kalzium-Silikat-Platten werden überwiegend als Innendämmung verarbeitet. Sie haben den großen Vorteil Feuchtigkeit aufnehmen, speichern und wieder abgeben zu können. Mineralische Dämmstoffe sind nicht brennbar.
Anwendungen Schaumglas: Dämmung der Hülle im Massivbau; Dämmung von Dächern, flach und geneigt (Aufsparrendämmung), außerdem kann Schaumglas als Dämmung innenliegend Böden, Decken und Wänden verwendet werden.

Ortschaum aus Schaumkunststoffen
Ortschäume werden mittels transportabler Maschinen „am Ort“ aus flüssigen Komponenten zu einem Schaumstoff verarbeitet. Die gängigen Ortschäume bestehen aus Polyurethan und aus Harnstoff-Formaldehydharz.
Anwendungen: Ortschäume aus PUR werden überwiegend lokal zum Ausschäumen von Hohlräumen oder im Bereich der Kälte- und Wärmedämmung von betriebstechnischen Anlagen verwendet.

Schüttungen aus Faserdämmstoffen
Faserdämmstoffe bieten sich auf Grund ihrer Struktur auch für Schüttungen bzw. Stopfungen von Hohlräumen an.
Anwendungen: Dämmung von Hohlräumen in Decken, Wänden und Dächern.

Schüttungen aus mineralischen Dämmstoffen
Schüttungen aus z.B. Blähton oder Silikatsschaum eignen sich insbesondere für die Nivellierung von Fußbodenausbauten oder Ausdämmung von Hohlräumen. Dabei wird das Schüttgut, sofern erforderlich, lagenweise verdichtet.
Anwendungen: Dämmung von Hohlräumen in Decken und Wänden.

Einblasprodukte aus Faserdämmstoffen
Hohlräume im Skelettbau (Wand, Decke oder Dach) werden mit geringem Druck und speziellen Maschinen mit Dämmstoffen ausgeblasen. Der geläufigste Faserdämmstoff im Einblasverfahren ist Zellulose. Es gibt aber auch andere Faserdämmstoffe wie Flachs, Hanf, Holz, Steinwolle oder Glaswolle, die als Einblasdämmung erhältlich sind.
Anwendungen: Dämmung von Wand, Decke und Dach im Skelettbau.

Außerdem werden auf dem Markt auch Verbundsysteme angeboten, wie z.B. Vakuumisolationspaneele, oder Putze mit Leichmittelzuschlägen wie EPS, die in dieser Auflistung unberücksichtigt blieben.