Polyesterfasern
Polyesterfasern werden aus Erdöl hergestellt. Sie wurden bereits in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts entdeckt und seit den 1940er Jahren auch industriell hergestellt. Ihr Einsatzbereich ist überwiegend in der Textilindustrie. Als Dämmstoff hat das Material eine eher untergeordnete Bedeutung, kommt jedoch auch vor.
Verarbeitung/Anwendung
Dämmstoffe aus Polyesterfasern haben verschiedene Anwendungsbereiche. Sie werden z.B. als Entkopplungsmatten unter keramischen Belägen eingesetzt. Bei relativ geringen Aufbauhöhen können hier erhebliche Trittschallverbesserungen erreicht werden. Sie können auf allen Untergründen eingesetzt werden und gelten als diffusionsoffene, wasser- und winddichte Unterdämmbahn in Kombination mit einem Polyestervlies. Das Material wird in Rollen geliefert. Die Materialstärke beträgt 3 cm. Zur besseren Handhabung bei der Verlegung ist es mit einem integrierten Selbstkleberand ausgerüstet.
Polyesterdämmungen können auch in Form von Platten als Zwischensparrendämmung sowie in Trennwänden und Decken eingesetzt werden. Dort gelten sie als allergikerfreundlich, hautsympathisch, leicht zu verlegen, formstabil und 100% recyclingfähig. Außerdem sind sie schwer entflammbar, UV-beständig und frei von Schimmelpilzbefall bzw. Hausmilben. Aus Kostengründen ist dieser Einsatzbereich allerdings wenig erschlossen, kommt es zur Anwendung, dann meist als Plattenware für Schallabsorber in Hohlräumen. Polyesterfasern werden auch als Stützfasern z.B. bei Flachs- oder Hanfdämmstoffplatten eingesetzt.
Technische Daten
Wärmeleitfähigkeit λ: ca. 0,035 - 0,095 W/(mK)
Rohbaudichte ρ: 10 - 31 kg/m³
Wasserdampfdiffusionswiderstand μ: 4,5
Baustoffklasse nach DIN 4102: B1 schwer entflammbar, B2 normal entflammbar
Zum Thema
- Flachs
- Hanf
- Indoorspielhalle in Friedrichskoog
