Kork
Als Kork wird der Rindenrohstoff der Korkeiche bzw. die daraus hergestellten Produkte bezeichnet. Der Baum ist eine immergrüne aus Nordafrika und Südwesteuropa stammende Eichenart. Der Stammumfang einer ausgewachsenen Korkeiche beträgt 2 - 5 m, die Höhe maximal 30 m. Bei der Korkernte wird die Rinde vom Stamm geschält. Eine technisch vollwertige Ernte ist allerdings erst nach frühestens 15 Jahren möglich. Danach kann der Schälvorgang alle 8 bis 14 Jahre wiederholt werden, ohne jegliche Schädigung des Baumes. Die beste Ernte erhält man jedoch nach 50 bis 100 Jahren.
Die Korkplatten sind vor der Weiterverarbeitung zu sortieren und bis zu 6 Monate lang zu trocknen. Nach dem Trocknen granuliert die Rinde in einer Korkmühle, wobei auch die unerwünschten Holzbestandteile entfernt werden können. Für die Herstellung von Korkdämmplatten muss das Granulat bei Temperaturen von ca. 350 Grad ohne Zusätze im überhitzten Wasserdampf expandieren. Die hierbei entstehenden Korkblöcke werden auf natürliche Weise mit dem Harz Suberin gebunden. Anschließend erfolgt das Zuschneiden der Blöcke zu Platten oder die Weiterverarbeitung als Granulat. Korkprodukte sind unter normalen Bedingungen beständig gegen Ungeziefer, Fäulnis- und Schimmelbildung. Daher werden dem Material meist weder Fungizide noch Herbizide oder Flammschutzmittel zugegeben.
Anwendung
Die Verwendung von Kork als Dämmstoff ist sehr vielseitig. Im Dach wird er als Zwischensparrendämmung oder als Aufdachdämmung ausgeführt, in Wänden als Wärmedämmverbundsystem, Gefachdämmung in Holzrahmenbauweise oder Kerndämmung, in Böden ist er auch als Trittschalldämmung unter Estrichen einsetzbar. Ob Granulat oder Platten verwendet werden, richtet sich nach dem jeweiligen Anwendungszweck - im Schichtaufbau sind Dämmplatten nötig, bei Hohlräume Granulat.
Technische Daten
Wärmeleitfähigkeit λ: 0,0365 W/(mK)
Rohbaudichte ρ: ca. 100 bis 120 kg/m³
Wasserdampfdiffusionswiderstand μ: 5 - 10
Baustoffklasse nach DIN 4102: B2
