Laminat: Allgemeines und Eigenschaften

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Laminatböden gehören trotz ihrer Holzdekore nicht zu den Holzböden, sondern bilden eine eigene Bodenbelagsgruppe. Sie bestehen wie Fertigparkett aus Nut- und Feder-Elementen, die schwimmend verlegt werden und sind grundsätzlich dreischichtig aufgebaut:

  • Die Deckschicht (Overlay) mit dem Dekor besteht aus einer oder mehreren Lagen eines faserhaltigen Materials (in der Regel Papier), die mit einem wärmehärtbaren Kunstharz (in der Regel Melamin) verpresst werden.

  • Die Trägerplatte besteht aus einem Holzwerkstoff, z.B. Spanplatte, mitteldichte oder hochdichte Faserplatten (MDF/HDF).

  • Die Gegenzugschicht dient wie beim Fertigparkett der zusätzlichen Stabilisierung. Sie kann auch aus einem Furnier oder einer weiteren harzverpressten Schicht bestehen.
In der DIN EN 13329 Laminatböden sind die Kriterien und die Prüfverfahren an diese Belagsart aufgelistet. Bei Laminatböden gibt es erhebliche Qualitätsunterschiede, die auch vom Fachmann nur sehr schwer zu erkennen sind. Viele Hersteller machen nur Angaben über die Beständigkeit gegen Abrieb, der in einem genormten Verfahren (Traber-Test) mittels eines Reibrades festgestellt und klassifiziert wird. Es wird die Anzahl der Umdrehungen gemessen, die erforderlich sind, bis ein Durchrieb des Dekors festzustellen ist, z.B. 7000 Umdrehungen. Diese Beständigkeit gegen Abriebbeanspruchung ist jedoch nur eines von wichtigen Kriterien wie:

  • Widerstandsfähig gegen Zigarettenglut
  • Beständigkeit gegen Druck und Stoßbeanspruchung
  • Fleckenunempfindlichkeit
  • Stuhlrolleneignung
  • Lichtechtheit
  • Maßhaltigkeit
  • Dickenquellung bei Feuchtigkeit
Auch wenn es inzwischen Laminatböden mit dem „Blauen Engel“ gibt, sind Laminate nicht unbedingt  umweltfreundliche Produkte. Dafür gibt es mehrere Gründe: Die Herstellung von Laminat ist mit mehr Energieaufwand und Luftschadstoffemissionen verbunden als die Herstellung von Parkett. Die Entsorgung ist problematisch und oftmals nur als Sondermüll möglich. Umweltschützer bemängeln insbesondere den Kunstharzanteil, der bei Laminat viermal so hoch ist wie bei Parkett. Die Kunstharze, die bei der Herstellung der Faserplatten sowie zum Verkleben der Schichten eingesetzt werden, können gesundheitsschädliches Formaldehyd enthalten. Wie für andere Holzwerkstoffe für den Innenausbau gilt auch hier die höchstzulässige Formaldehydabgabe von 0,1 mg/kg, gekennzeichnet durch E1.

Bildnachweis: Hamberger, Stephanskirchen (1,2); Joka, Kassel (3)