Zusatzeignungen von textilen Belägen

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Neben der grundsätzlichen Einstufung textiler Bodenbeläge in Beanspruchungs- und Komfortklassen, müssen die Zusatzeignungen beachtet werden. Im Objektbereich werden fünf Zusatzeignungen vergeben: Stuhlrolle, Treppe, Antistatik, Fußbodenheizung und Schnittkantenfestigkeit.

Stuhlrolleneignung
Die Stuhlrolleneignung eines textilen Bodenbelages bezieht sich ausschließlich auf Bürostühle mit entsprechenden Rollen. Ob ein Bodenbelag generell für Büroräume geeignet ist, zeigt sich durch eine Prüfung der Stuhlrolleneignung. Dabei wird über einen kurzen und längeren Zeitraum ermittelt, wie stark sich der Belag unter dauerhafter und unregelmäßiger Belastung durch Rollen verändert. Je nach Veränderung des Aussehens erfolgt die Einordnung des Materials, d.h. ob es sich als Belag für eine dauernde oder nur für eine gelegentliche Büronutzung eignet. Diese Eignung wird im Siegel der ETG (Europäische Teppichgemeinschaft) ausgewiesen.

Bei der Stuhlrolleneignung wird in zwei Klassen unterteilt und zwar in Beläge mit uneingeschränkter Eignung und solchen mit eingeschränkter - erkennbar am Häuschen im Symbol. Erstere können bedenkenlos in Großraumbüros installiert werden, wenn die Beanspruchungsklasse das zulässt, letztere sind eher für das gelegentlich benutzte private Arbeitszimmer gedacht.

Treppeneignung
Ähnlich wie bei der Stuhlrolleneignung verhält es sich mit der Treppe. Auch hier wird zwischen Treppen in Privatwohnungen, die weniger frequentiert sind und solchen beispielsweise in Hotels unterschieden.

Antistatisches (elektrisches) Verhalten
Als antistatisch gelten Bodenbeläge, die bei einer begehenden Person bei 25% relativer Feuchte und 23°C eine Personenaufladung ≤ 2 kV hervorrufen. Bei diesen Bodenbelägen besteht die Sicherheit, dass auch in kalten, trockenen Wintermonaten an geprüften EDV-Geräten keine Betriebsstörungen hervorgerufen werden. Werden weitergehende Forderungen bezüglich der Ableitfähigkeit von Bodenbelägen erhoben, so müssen entsprechende Widerstandsmessungen vorgenommen werden.

Textile Bodenbeläge gelten als elektrostatisch ableitfähig, wenn der Durchgangswiderstand bzw. der Oberflächenwiderstand ≤ 109Ω (ISO 10965) ist. Als elektrisch leitfähig gelten textile Bodenbeläge, wenn der Durchgangswiderstand ≤ 106Ω (ISO 10965) beträgt. Ableitfähige Textilbeläge müssen ab einer Raumgröße von ca. 8 – 10 m² nicht leitfähig geklebt werden oder durch weitere geeignete Maßnahmen, leitfähig gemacht werden. In aller Regel ist die Leitfähigkeit bereits im Belag enthalten. Eine Besonderheit stellen Teppichfliesen dar, bei denen es notwendig sein kann, dass der Untergrund leitfähig gemacht werden muss. Hier sind die Vorgaben und Empfehlungen der jeweiligen Herstellerfirma zu beachten.

Fußbodenheizungseignung
Für eine Verlegung auf Fußbodenheizung sollte der Wärmedurchlasswiderstand (WDW) eines textilen Bodenbelags kleiner gleich 0,17 m²K/W bei 10°C sein. Zudem muss der Bodenbelag antistatisch und resistent gegen thermische Alterung sein. Zudem ist die thermische Alterung von Bedeutung, die durch eine Fußbodenheizung hervorgerufen werden kann. In einem Schnelltest (3 Wochen bei 70°C) wird beurteilt, ob sich unter dem Einfluss der konstanten Wärmeeinwirkung das Polmaterial verfärbt (vergilbt) und/oder die Rückenkonstruktion beschädigt wird.

Teppichböden, die für die Verlegung in Räumen mit Fußbodenheizung geeignet sind, sind nach EN 12667 bzw. ISO 8302 geprüft und im Rahmen der Kennzeichnung im Qualitätszertifikat des Carpet-Quality-Club mit dem in Bild 3 dargestellten Symbol gekennzeichnet.

Schnittkantenfestigkeit
Erst bei der letzten Überarbeitung der Normenwerke wurde eine neue Zusatzeignung kreiert: die Schnittkantenfestigkeit. Hiermit werden Produkte ausgelobt, die besonders schnittkantenfest und somit einfacher zu verarbeiten sind.

Bildnachweis: Textiles und Flooring Institute, Aachen