Synthetische Fasern: Polyamid

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Polyamid ist eine Chemiefaser, die aus synthetisch hergestellten Polymeren aufgebaut ist. Je nach Art der dabei eingesetzten Polymere werden für Teppichfasern Polyamid 6 (aus ε-Caprolactam) und Polyamid 6.6 (aus Hexamethylendiamin und Adipinsäure) verwendet. Die Kurzzeichen für Polyamid sind laut Textilkennzeichnungsgesetz PA 6 und PA 6.6. Als Handelsnamen sind u.a. Nylon (PA 6), Perlon (PA 6), Antron (PA 6.6) und Dederon (PA 6) bekannt.

Die Fasern werden im Schmelzspinnverfahren (Extrusion) aus dem polymeren Grundwerkstoff hergestellt. Dieser wird als Granulat (Körnchen) angeliefert, durch Erhitzen verflüssigt und durch Spinndüsen (ähnlich einem Duschkopf) gepresst. Die anschließende Verstreckung führt zu hoher Zugfestigkeit. Daher sind die verschiedensten Querschnittsformen, je nach der Form der Spinndüsenöffnungen, von rund über trilobal bis zu viereckigen Hohlfasern, möglich. Über die Variation der Querschnittsform können verschiedene Fasereigenschaften wie beispielsweise der Oberflächenglanz oder die Anschmutzungsneigung beeinflusst werden. Bei der Herstellung entstehen zunächst völlig glatte Fasern. Um ein Garn herstellen zu können, das den Anforderungen zum Einsatz in textilen Bodenbelägen gerecht wird, müssen die Fasern gekräuselt werden. Dies kann mit verschiedenen Verfahren, jedoch immer unter Einwirkung hoher Temperaturen geschehen.

Polyamid ist färbbar, bedruckbar und spinndüsengefärbt (Farb-Pigmente vor Extrusion ins Polymer eingebettet) erhältlich. Die Farbechtheiten können, je nach Art der Färbung und Farbstoffe, unterschiedlich gut sein. Es hat hohe Festigkeits- und Dehnungskennwerte und demzufolge eine hohe Strapazierfähigkeit und ein gutes Wiedererholungsvermögen nach mechanischer Belastung. Daher ist, je nach Belagskonstruktion (Kurz- oder Langflor, Schnitt- oder Schlingenpol, dichte oder offene Konstruktion), auch ein Einsatz in stark belasteten Bereichen, z. B. in Eingängen, möglich.

Bildnachweis: Tretford, Wesel