Pflanzliche Fasern: Sisal

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Aus der Familie der Agavengewächse stammt die Sisal-Agave. Die Rosetten der Pflanzen haben Durchmesser bis zu zwei Metern, ihre Blätter sind dick und schwertförmig, werden bis zu eineinhalb Meter lang und schließen mit einem Stachel ab. Seit dem 19. Jahrhundert werden aus den Blättern sehr strapazierfähige Fasern gewonnen. Sisalfasern sind mehrzellige, gerade Fasern und werden in Bündeln mit einer Länge von durchschnittlich 90 mm verarbeitet.

Die Faser wird zu Garnen unterschiedlicher Dicke versponnen und kann zu besonders verschleißfesten Bodenbelägen verwebt werden, die sich auch für den Einsatz in gewerblichen Bereichen eignen. Das gleichmäßige, geschmeidige Gewebe wird in Form von Fliesen oder Bahnenware vollflächig verklebt, fixiert oder verspannt. Die Rückenbeschichtung von Sisalbelägen besteht meistens aus Natur- oder Kunstlatex.

Da sich die Faser gut färben lässt, sind Bodenbeläge aus Sisal neben warmen Naturtönen auch in leuchtenden Farben erhältlich. Sie eignen sich nicht für Nassräume, weil sie bei Feuchtigkeit fleckig werden, können aber über Fußbodenheizungen verlegt werden. Sisalböden verhalten sich antistatisch, sind von Natur aus schwer entflammbar, für Stuhlrollen geeignet, verschleißfest, immun gegen Mottenfraß und leicht zu reinigen.

Heute ist Sisal eine der weltweit wichtigsten Naturfasern und wird neben Teppichen für Taue, Seile, Garn, als Füllstoff für Matratzen oder als Poliermittel für technische Zwecke verwendet. Für Textilien eignet sich die Faser nicht, im Bereich der Verbundwerkstoffe wird ihr Einsatz erprobt. Sisal ist ausgesprochen zäh und zugfest und zeichnet sich im Vergleich zu anderen Fasern insbesondere durch ungewöhnliche Steifigkeit aus.

Bildnachweis: Wikipedia/Achim Raschka (1,2); Limited Edition, Mouscron/BE (3)