PVC-Bodenbeläge ohne Unterschicht
Nach DIN EN 649 werden PVC-Bodenbeläge ohne Rücken ein- oder mehrschichtig in homogenem oder heterogenem Aufbau hergestellt. Bei homogenen Belägen entspricht die Nutzschichtdicke der Gesamtdicke, sie eignen sich insbesondere für Objekte mit starkem Publikumsverkehr z.B. in Schulen oder Krankenhäusern und halten auch leichtem Fahrverkehr stand. Heterogene Beläge bestehen aus einer Nutzschicht und gefüllten Unterschichten anderer Zusammensetzung. Sowohl homogene als auch heterogene PVC-Beläge werden aufgrund ihrer Herstellungsart auch als kalandrierte Beläge bezeichnet.
Homogene PVC-Beläge
Homogene Einschichtbeläge bestehen durchgehend aus dem gleichen Material und weisen über die gesamte Dicke eine durchgehend gleiche Materialzusammensetzung, Färbung und Musterung auf. Bei der Herstellung eines 2 mm dicken Bodenbelags werden 45 - 55% PVC, 15 - 20% Weichmacher, 25 - 35% Füllstoffe sowie 2 - 5% Pigmente, Stabilisatoren und Additive kalt vermischt. Im Anschluss wird das Gemenge in einem schnellen Arbeitsgang unter starker Hitze auf einem Kalander zu Bahnen ausgewalzt.
Bei der Herstellung homogener Mehrschichtbeläge werden zunächst „Folien“ mit einer Stärke von etwa 1 mm gewalzt. Anschließend werden zwei oder mehrere dieser dünn ausgewalzten Schichten auf einer Doubliermaschine in abwechselndem Walz- und Pressvorgang unter erneuter Erhitzung vollflächig zusammengeschweißt. Die einzelnen Folien müssen genügend Weich-PVC enthalten, damit die Verschweißung nicht behindert wird. Je dünner sie ausgewalzt sind, umso gleichmäßiger und besser wird der Bodenbelag.
Heterogene PVC-Beläge
Heterogene Beläge bestehen aus einer Nutzschicht und gefüllten Unterschichten anderer Zusammensetzung. Während die unteren Schichten stark mit Füllstoffen (20 - 40%) angereicht sind und mit einer Stabiliserungseinlage verstärkt sein können, enthält die dünnere Oberschicht einen hohen PVC-Anteil (40 - 60%). Von der Dicke und Abriebfestigkeit der obersten Schicht hängt die Nutzungsdauer dieser Beläge wesentlich ab, ihre Mindestdicke beträgt 0,3 mm. Weitere Bestandteile sind 10 - 20% Weichmacher sowie 3 - 10% Pigmente, Stabilisatoren und Additive. Heterogene PVC-Beläge sind preiswerter und weniger strapazierfähig als homogene und werden vorwiegend im Wohnbereich eingesetzt.
PVC-Beläge, homogene und/oder heterogene, werden mehrheitlich in Bahnenware von 100 - 400 cm Breite, üblich ist eine Breite von 200 cm und einer Dicke von 1,5 (Wohnbereich) und 2,0 mm (Objektbereich) angeboten. Fliesen sind in 50 x 50 cm und 60,8 x 60,8 cm erhältlich, in ebenfalls 1,5 und 2,0 mm Dicke sowie in den Sondermaßen 30,5 x 30,5 cm und 45,7 x 45,7 cm sowie 30,5 x 45,7 cm.
Bildnachweis: Armstrong, Bietigheim-Bissingen

