Estrichart: Gussasphaltestrich AS

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Gussaphalt ist ein Gemisch aus verschiedenen Stoffen, das entweder als Bauwerksabdichtung verwendet wird oder als Gussasphaltestrich im Hoch- und Industriebau zum Einsatz kommt. Das Bindemittel besteht aus Bitumen, das bei der Destillation von Erdöl gewonnen wird. Die Substanz ist schwer flüchtig und dunkel gefärbt. Gussasphaltestrich setzt sich zusammen aus:

  • 7 bis 10 Masse-% Bitumen, der die thermoplastischen Eigenschaften des Estrichs bewirkt
  • ca. 30 Masse-% Kalkstein oder Quarzsandfüller (Körnung kleiner 0,25 mm),
  • ca. 40 Masse-% Natursand (Körnung 0 - 2 mm) und
  • ca. 30 Masse-% Splitt (Körnung 2 - 5 mm)
Je nach Verwendung und Anforderung erhöht sich der Korndurchmesser des Größtkorns. Für Innenräume im Wohnungsbau wird ein Größtkorn von 5,5 mm, bei Industrie- und Parkdeckestrichen in der Regel von 8 mm und bei besonders hohen Anforderungen von 11 mm verwendet.

Gussasphaltestrich wird üblicherweise schwimmend oder auf Trennschicht eingebaut. Eine Verbundverlegung ist auf Asphalt oder auf bituminösen Schweißbahnen möglich. Von Vorteil ist, dass die Verlegung unabhängig von Witterung und Temperatur erfolgen kann und lange Wartezeit entfallen, da er bereits nach einem Tag belegreif ist. Zudem ist Gussasphaltestrich wasserdampfdiffusionsdicht, bietet einen verhältnismäßig guten Trittschallschutz und ist schon bei geringer Einbaudicke von 25 mm tragfähig. Die Mindestdicke beträgt 25 mm, die Regeldicke 30 mm, die Maximaldicke 40 mm.

Sofern er sortenrein und nicht verunreinigt ist, kann Gussasphaltestrich recycelt werden und ist als Belag für die Lagerung wassergefährdender Stoffe nach dem Wasserhaushaltsgesetz zulässig. Ebenfalls von Vorteil ist, das er großflächig und nahezu fugenlos verlegt werden kann und für Fußbodenheizung sowie alle Standardbodenbeläge geeignet ist, insbesondere für feuchtigkeitsempfindliche Beläge wie Parkett. Von Nachteil ist, das die Wärmeleitzahl von Gussasphaltestrich mit 0,90 (W/mxK) etwas geringer ist als bei Zementestrich CT und Calciumsulfatestrich CA, jedoch höher als bei Magnesiumestrich MA. Zudem ist er teuer und die Einbringung in obere Stockwerke aufwendig, da er nicht pumpfähig ist; auch entstehen beim Einbringen hohe Temperaturen von 300 - 400°C.