Einsatzbereiche von Bodenbelägen
Die für Bodenbeläge möglichen Einsatzbereiche können nach verschiedenen Aspekten unterteilt werden.Grundsätzlich ist eine Unterteilung nach der Art der Gebäudenutzung möglich. Hierbei wird allgemein eine Einteilung in den privaten Wohn-/Heimbereich (domestic) sowie in den öffentlichen bzw. gewerblichen Nutzungsbereich (commercial) vorgenommen.
Es kann allgemein gesagt werden, dass Anforderungen, die an Bodenbeläge im privaten Wohnbereich im Hinblick auf Kriterien wie Strapazierfähigkeit und Belastbarkeit gestellt werden, im Vergleich zum gewerblichen Bereich eher geringer sind. Oft treten hier für die Menschen ökologische, gestalterische und qualitative Aspekte in besonderem Maße in den Vordergrund, um sich in den eigenen vier Wänden ein behagliches Refugium zu schaffen, in dem man sich wohlfühlt und seine Lebenseinstellung zum Ausdruck bringen kann (siehe Abbildung 2)
In öffentlichen und gewerblichen Bereichen, in denen Bodenbeläge hohen Begehfrequenzen ausgesetzt sind, müssen diese besonders strapazierfähig und möglichst abnutzungsresistent sein. Genauso wichtig ist in solchen Bereichen die Eigenschaft eines Bodenbelages, dass er schnell, effektiv und wirtschaftlich zu reinigen ist (siehe Abbildung 1).
Im Klinik- oder Pflegebereich, so z.B. auch in OP-Räumen, kommt darüber hinaus die Notwendigkeit hinzu, dass ein Bodenbelag mit entsprechenden Desinfektionsmitteln zu reinigen sein muss, um hygienischen Anforderungen bis hin zur Sterilität zu genügen. Material und Farbe des Bodenbelages müssen dann resistent gegen Chemikalien und Desinfektionsmittel sein (siehe Abbildungen 3 und 4). Ähnlich dazu muss in Reinräumen eine leichte Reinigung möglich sein, um staubfrei arbeiten zu können (z.B. Produktionsräume zur Chipherstellung).
Fußböden bzw. Bodenbeläge im industriellen Bereich und hier insbesondere in der Produktion von Lebensmitteln müssen ebenfalls gut zu reinigen oder zu desinfizieren sein. Darüber hinaus kann es bei industriellen Anwendungen auch erforderlich sein, dass Bodenbeläge extrem hohen mechanischen Belastungen standhalten können, wenn z.B. der Einsatz Gabelstaplern geplant ist (siehe Bild 5 und 6).
Betrachtet man den Sportsektor, einen weiteren Sonderbereich für die Nutzung von Bodenbelägen, können ebenfalls spezielle Kriterien ausgemacht werden, die durch die Nutzung vorgegeben sind. Hier gelten z.B. bei Hallenböden genau vorgegebene Maßzahlen für Punktelastizität, Ballprallverhalten oder Anforderungen an die Rutschklasse. Entsprechend dieser Anforderungen werden Sportböden auf speziellen Unterkonstruktionen verlegt, die das geforderte elastische Verhalten des Bodenbelages ermöglichen (siehe Bild 7).
Ganz anders stehen z.B. bei Spezial-Bodenbelägen, die in Transportmitteln wie Schienenfahrzeugen oder Flugzeugen zum Einsatz kommen, ein geringes Gewicht oder besonders hohe Anforderungen an das Brandverhalten im Vordergrund. Aufgrund von vergleichsweise kurzen Austauschzyklen ist bei solchen Bodenbelägen z.B. ein vereinfachtes Wiederaufnehmen wichtiger als gute Pflege- und Reinigungseigenschaften (siehe Abbildung 8).
Neben den genannten Beispielen gibt es zahlreiche weitere Spezial- und Sonderanwendungen, für die heute ebenso spezielle Bodenbeläge zur Verfügung stehen, die den geforderten Kriterien genügen. Dabei können sich die Planer in der Regel aus einer Vielzahl verschiedener Herstellverfahren in den unterschiedlichen Produktgruppen der Bodenbeläge bedienen.
Quelle: Textiles und Flooring Institute, Aachen
Bildnachweis: Tretford, Wesel (1,2); Armstrong, Bietigheim-Bissingen (3,4,6,7); Nora Systems, Weinheim (5,8)

