Blockfundamente

Lasten punktgenau abtragen

Ein Blockfundament ist ein massiver Betonblock mit quadratischem oder rechteckigem Grundriss, der Lasten aus einer einzelnen Stütze aufnimmt und sicher in den Baugrund weiterleitet. Es zählt zur Gruppe der Flachgründungen. Anders als das Streifenfundament, das linienförmig unter Wänden verläuft, oder die Fundamentplatte, die Lasten flächig verteilt, konzentriert sich das Blockfundament auf einen einzigen Lasteinleitungspunkt. Wegen seiner gedrungenen Abmessungen verhält es sich näherungsweise als starrer Körper. Das sorgt für eine gleichmäßige Sohldruckverteilung und unterscheidet es von schlanken Platten, die sich unter Last stärker verformen.

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Vom Baugrund zur Stütze

In der Grundform ist das Blockfundament prismatisch, ein schlichter Quader. Daneben gibt es gestufte Ausführungen, bei denen das Fundament in mehreren Absätzen zur Sohle hin breiter wird, sowie pyramidenstumpfartige Formen mit geneigten Seiten. Beide Varianten sparen Material, sind aber schalungstechnisch aufwendiger. Rechteckige Grundrisse kommen dann zum Einsatz, wenn Stützen eingespannt sind und Biegemomente oder Horizontalkräfte übertragen werden müssen; die Geometrie folgt der Lasteinleitung.

Blockfundamente kommen überall dort zum Einsatz, wo Einzelstützen punktuell hohe Lasten in den Boden übertragen: im Wohnungsbau, im Skelett-, Industrie- und Gewerbebau, unter Brückenpfeilern, an Masten und Türmen. Ein besonderer Fall sind Maschinenfundamente. Hier wirken neben statischen auch dynamische Lasten, was erhöhte Anforderungen an Masse, Steifigkeit und Schwingungsverhalten stellt.

Kraft braucht Form

Die Last wandert von der Stütze über Druckstreben durch den Betonkörper zur Fundamentsohle, das sogenannte Strut-and-Tie-Modell. Bei gedrungenen Fundamenten dominiert dieses Prinzip. Schlankere Fundamente werden stärker auf Biegung beansprucht und nach dem kd-Verfahren bemessen. Die maßgebenden Nachweise regeln Eurocode 2 und Eurocode 7. Geotechnisch sind Kippen, Gleiten und Grundbruch nachzuweisen; im Gebrauchszustand darf unter ständigen Lasten keine klaffende Fuge entstehen. Im Bereich der Stütze kann zudem ein Durchstanznachweis erforderlich werden, bei gedrungenen Fundamenten nach modifizierten Ansätzen gemäß DAfStb-Heft 525.

Die Grundbewehrung verläuft in zwei Richtungen in der Fundamentsohle und nimmt Zugkräfte aus der Biegebeanspruchung auf. Der Stützenanschluss – als einbetonierte Bewehrung, Schraubanker oder Köcher – erfordert besondere Sorgfalt, weil hier alle Kräfte konzentriert eintreffen. Beim Köcherfundament wird die Fertigteilstütze in eine taschenartige Aussparung eingestellt und mit Spezialmörtel vergossen. Entscheidend ist die Oberflächenbeschaffenheit der Köcherinnenwände: Eine verzahnte Oberfläche verbessert den Verbund und erlaubt kompaktere Abmessungen. Eine weitere Sonderform ist das angeformte Fundament, bei dem Stütze und Block monolithisch als ein Fertigteil produziert werden, limitiert auf Transportmaße von etwa 3,0 m x 3,5 m.

Beton, Schutz und Ausführung

Üblich sind Festigkeitsklassen ab C25/30. Die Expositionsklasse richtet sich nach Feuchte und Aggressivität des Bodens: Häufig kommt bei erdberührten Fundamenten XC2 zum Tragen, bei Frost kommt XF1 hinzu, bei sulfathaltigem Untergrund XA1 bis XA3. Unter dem Fundament ist eine etwa 5 cm dicke Sauberkeitsschicht aus Magerbeton einzubauen. Sie schafft eine definierte Arbeitsfläche und sichert die Betondeckung. Das Erdungskonzept ist außerdem frühzeitig mitzudenken; Fundamenterder sind nach DIN 18014 auszuführen und müssen ausreichend von Beton umschlossen sein.

Die Gründungstiefe liegt je nach Region bei 80 bis 120 cm unter der Geländeoberkante, unterhalb der Frosttiefe und auf tragfähigem Baugrund. Bei standfesten Böden lässt sich ein Blockfundament schalungslos direkt gegen die Erdwände betonieren. Für gestufte oder freigestellte Formen braucht es eine Blockschalung. Wegen ihres Gewichts entstehen die meisten Fundamente als Ortbeton. Kleinere Exemplare und Köcherfundamente können jedoch im Fertigteilwerk vorgefertigt und per Kran in ein vorbereitetes Frischbetonbett versetzt werden – eine Lösung, die im Skelettbau Zeit spart und Qualitätskonstanz sichert.

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