Betonfassade mit Fotogravur
Gewächshaus in Bleiswijk und andere Projekte
Große fotoartige, rotbraune Bilder von Sukkulenten schmücken die Fassade des Kakteenproduzenten Ovata aus dem holländischen Bleiswijk und vermitteln einen Eindruck vom Inneren des Gewächshauses. Eine weitere Fassade an der Universität von Toulouse konfrontiert den Betrachter mit physikalischen Formeln und Reagenzgläsern.
Bei beiden Projekten wurden die neuen Foto-Gravur-Matrizen des Herner Unternehmens Reckli eingesetzt. Neben den bereits vielfach eingesetzten elastischen Strukturmatrizen, mit denen sich Sichtbetonflächen texturieren lassen, erweitern die Fotomatrizen den Gestaltungsspielraum von Fassaden in erheblichem Maß. Je nach Auflösung erzeugen sie eine feine bis reliefartige Oberflächenstruktur, die den Eindruck eines auf die Betonfassade projizierten Fotos entstehen lässt.
Durch die Strukturauswahl und -anordnung kommt die Fotogravur in Abhängigkeit vom Lichteinfall mehr oder weniger zum Ausdruck. Streiflicht lässt das Foto vom Beton deutlicher erscheinen als Frontallicht, wanderndes Sonnenlicht führt zu abwechslungsreichen Bildeffekten, mit Kunstlicht im Innenbereich lassen sich Ausschnitte akzentuieren.
Bei der Foto-Gravur-Technik handelt es sich um ein computergestütztes Verfahren, mit dem Bildinformationen durch Frästechnik auf Plattenwerkstoffe übertragen werden. Dazu wird zunächst eine Datei generiert, in 256 Graustufen umgewandelt und die entsprechenden Bildinformationen an die Fräse weitergegeben. Das gefräste Modell dient dann als Vorlage für die Fertigung der elastischen Matrizen. Die Skalierung der Vorlage erlaubt die Herstellung von Matrizen bis zu einem maximalen Format von 4,00 x 1,90 m. Es können auch mehrere Platten zu einem Bild zusammengefasst werden. Lediglich die Stöße sind im Erscheinungsbild der Fassade als Fuge sichtbar.
Hersteller: Reckli-Chemiewerkstoffe, Herne
