Vakuumgedämmte Fassadenelemente aus Textilbeton
Extrem leichte und schlanke Gebäudehüllen
Die ökologischen und energetischen Anforderungen an die Gebäudehülle werden sich in den nächsten Jahren weiter erhöhen. Unter Verwendung üblicher Materialien bedeutet dies eine kontinuierliche Verstärkung der Außenwandaufbauten. Um dem entgegenzuwirken, bieten sich Konstruktionen aus Textilbeton an, die durch Wärmeleitfähigkeitsreduktion, Festigkeits-, Wärmekapazitäts- und Qualitätserhöhung schlankere Konstruktionen ermöglichen.
Extrem leichte und energieeffiziente Gebäudehüllen in Sichtbetonoptik zu entwickeln, ist auch das Ziel des Forschungsvorhabens Vakuumgedämmte Fassadenelemente aus Textilbeton. Eine interdisziplinäre Forschergruppe unter Leitung von Frank Hülsmeier von der HTWK Leipzig untersucht, wie sich Bauteildicken unter 10 cm erreichen lassen, die alle Anforderungen zukünftiger Fassaden erfüllen. Dabei verwenden und kombinieren sie neue Materialen wie Textilbeton, Vakuum-Isolations-Paneele (VIP), Phasenwechselmaterialien (PCM) und glasfaserverstärkten Kunststoff (GFK).
Erste Ergebnisse zeigen, dass sich Fassadenkonstruktionen mit einem Gesamtaufbau von nur 10,5 cm Dicke verwirklichen lassen, deren Eigenschaften einer 54 cm starken Stahlbetonkonstruktion entsprechen, die in herkömmlicher Technik errichtet wurde (siehe Abbildung). Im Vergleich zu dieser lassen sich die Emissionen, die Flächenversiegelung und das Gewicht um den Faktor 5 verringern, so die Forscher. Die Reduzierung des Elementgewichtes führe zu schnelleren Montagezeiten, zur Vermeidung von schwerem Gerät, geringeren Lasten für das Tragsystem, zu Einsparungen in der Transportlogistik und vor allem zu einer wesentlichen Reduzierung der energetischen Verbrauchswerte. Gleichzeitig würden sich gestalterische Vorteile aufgrund der schlankeren Fassadenelemente ergeben. Anwendungsmöglichkeiten sehen die Forscher auch im Bereich der Sanierung, da dünnwandige Dämmsysteme denkmalgerecht appliziert werden können.
Forschungsinitiative: Energiedesign Architektur-Institut Leipzig an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK), Fakultät Bauwesen in Zusammenarbeit mit der TU Dresden Sonderforschungsbereich 528 Textilbeton sowie der Firmen Variotec, Neumarkt und CTS Faserverbundwerkstoffe, Geesthacht
