Urbanes Wohnen für Vögel und Fledermäuse
Brut- und Nistplätze aus Holz und Beton
Mit der Bebauung der Cardiff Bay in Wales, dem größten Hafenentwicklungsgebiet Europas, wurde tausenden Vögeln und Fledermäusen die natürliche Lebensgrundlage entzogen. Tierschützer und Ökologen gingen auf die Barrikaden. Durch ihre Proteste entstanden ökologische Projekte zur Schaffung neuer Lebensräume für ortsansässige Tiere wie die Animal Wall - eine gut 50 Meter lange Wand mit Nisthöhlen und Brutplätzen für 1.000 Vögel.
Zusammen mit dem Architekturbüro WYG Planung und Design entwickelte die Londoner Designerin Gitta Gschwendtner die Nist- und Brutmauer als Holzkonstruktion mit Betonüberzug, woodcrete genannt. Sie setzt sich aus Kästen unterschiedlicher Tiefe und Höhe zusammen, die jeweils mit einem Eingangsloch versehen sind. Ganz nach dem Leben in der Stadt orientiert, stapeln und reihen sie sich zur ökonomischen Ausnutzung der Fläche, die Wohnqualität sei allerdings dahingestellt.
Gitta Gschwendtner entwirft Möbel, Installationen, Ausstellungen und Objekte wie beispielsweise die Sitztüte, ein Sitzmöbel aus Beton in Form einer umgestülpten Plastiktüte. Ihr Entwurf für die Nistwand ist hoffentlich kein Rezept dafür, wie zukünftig die Lebensräume der Tierwelt aussehen werden, immerhin macht er auf sehr eindrucksvolle deutlich, wie weit wir mit der Gestaltung unserer Wohnqualität bereits gekommen sind - und das gilt nicht nur für Vögel.
Design: Gitta Gschwendtner, London/GB
Zum Thema
- Sitztüte
