Treppe aus Betonfertigteilen
Filigrane Stufen aus selbstverdichtendem, hochfestem Beton
Eine schlichte Treppe aus selbstverdichtendem, hochfestem Beton führt Besucher und Mitarbeiter im Verwaltungsgebäude des Lafarge Werkes Wössingen hinauf in den ersten Stock. Hergestellt wurde der Beton auf Basis des Spezialzements Optacolor in der Knecht Manufaktur in Metzingen. Der sehr helle Zement entspricht den Anforderungen der DIN EN 197-1 an einen CEM III/A 42,5 und wurde speziell für den Einsatz in sehr hellen oder farbigen Sichtbetonen entwickelt. Laut Hersteller eignet er sich ebenfalls besonders gut für die Herstellung von Betonwaren, Fertigteilen und zementgebundenen Holzbaustoffen.
In gerader Linie sind die 20 Betonstufen der Einholmtreppe auf einen Stahlbalken montiert. Die Stufen sind 2 m breit, 31 cm tief, 9 cm dick und verjüngen sich nach außen hin. Das verleiht der Treppe zusammen mit der geringen Stufendicke eine filigrane Optik. Der selbstverdichtende Beton mit einer Körnung 0/8 erreicht eine Festigkeit von C70/85, obwohl laut Statiker nur ein C30/37 gefordert war. Bis die richtige Mischung gefunden war, mussten einige Probemischungen hergestellt und etliche Probestufen gegossen werden. Aufgrund seiner hellen Farbe lässt sich der verwendete Spezialzement sehr gut mit Pigmenten einfärben und sorgt für einen geschmeidigen, gut verarbeitbaren Beton mit porenarmen Oberflächen. Für die Wössinger Treppe wurde dem Beton 0,35% v.Z. schwarzes Pigment beigemischt.
Jede Stufe ist auf eine Belastung von 500 kg/m² ausgelegt. An vier der Stufen ist außerdem das 1,10 m hohe Edelstahlgeländer befestigt. Eine handelsübliche Lagermatte reichte nicht aus, um die Statikanforderungen zu erfüllen. Deshalb wurde die speziell gefertigte Bewehrung dem Kräfteverlauf in der Stufe angepasst. Um die Stufen am Mittelholm anschweißen zu können, musste eine eigens gefertigte Anschweißplatte eingebaut werden. Diese erhielt aufgrund der geringen Stufendicke zusätzlich zu den sonst üblichen Kopfbolzen noch einige Ankerbügel. So wundert es nicht, dass eine Stahlbetonstufe rund 130 Kilogramm schwer ist.
Auch die Betonage der 2 m langen Stufen war keine leichte Aufgabe. Normalerweise hätten die Hersteller den selbstverdichtenden Beton (SVB) einfach an einer Seite in die Schalung gegossen und der Beton hätte sich selbst verteilt und verdichtet. Aufgrund der filigranen Bauteilabmessungen wäre der Betonfluss jedoch vor allem im Bereich der massiven Anschweißplatte gestört worden. Deshalb wurden die Mischer so umgebaut, dass sie an der Schalung entlang fahren und den Beton direkt aus dem Mischer gleichmäßig in die Schalung einfüllen konnte.
Die Stufen weisen eine homogene Oberfläche und eine gleichmäßige Farbe auf. Am vorderen Teil der Stufen ist ein Anti-Rutsch-Streifen integriert. Dieser wurde mit Glaskugeln gestrahlt und erhielt damit eine griffige Oberfläche. Auch optisch hebt sich dieser Streifen als gestalterisches Element vom Rest der Stufen ab.
Hersteller: Lafarge Zement, Oberursel
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