Textilbeton für Tisch und Stuhl

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Dünnwandig und extrem belastbar

Je dünner desto besser. Dem Wunsch vieler Architekten nach filigranen Bauelementen kann mit Textilbeton entsprochen werden. Der Baustoff erlaubt die Herstellung extrem dünnwandiger Elemente, die trotzdem hochbelastbar sind. Seine Entwicklung geht vor allem auf vielfältige Vorarbeiten am Deutschen Zentrum Textilbeton in Chemnitz und an zwei universitären Sonderforschungsbereichen in Dresden und Aachen zurück. Noch sind zwar die kostspieligen Zertifizierungen und die bauaufsichtliche Prüfung für den industriellen Breiteneinsatz von Textilbeton problematisch, doch das Textilbetonzentrum geht davon aus, das es in einigen Jahren die korrosionsanfällige Stahlbewehrung ersetzen wird.

Demnächst soll das vergleichsweise leichte und frei formbare Verbundmaterial, das bei ersten Brücken und Fassaden in Sachsen, Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen eingesetzt wurde, auch in Gärten Einzug halten. Die von Produktdesignern und Architekten gegründete Möbelmanufaktur Napoleon aus Dresden bietet erstmals Sitzmöbel aus Textilbeton in Kleinserie an. Im Fall von Tisch, Stuhl und Bank ist der Textilbeton nur wenige Millimeter dick, da er statt einer Stahlbewehrung ein Gelege aus Glas- oder Carbonfasern beinhaltet. Der Napoleon Betonstuhl wird einzeln und auf Bestellung in Handarbeit gefertigt.

Einen besonderen Reiz bietet das Material auch in Kombination mit Holz, Glas, Naturstein oder Metall. Oberflächenveredelungen wie Schleifen, Polieren, Imprägnieren und Wachsen sind ebenfalls möglich. Am Institut für Textilmaschinen und Textile Hochleistungswerkstofftechnik der TU Dresden wurde gar ein transluzenter, also lichtdurchlässiger, Textilbeton entwickelt.

Hersteller: Napoleon Manufaktur, Dresden