Schlanke Hohlkörperdecken

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Gewichts- und Betoneinsparung von bis zu 37%

Durch Einbringen von Kunststoff-Hohlkörpern in die Ortbetondecke lassen sich leichte und materialeffiziente Deckenkonstruktionen herstellen. Entwickelt wurde dieses Verfahren vom Schweizer Unternehmen Cobiax Technologies. Es verfügt über eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung vom DIBt und wurde 2010 mit dem Schweizer Umweltpreis ausgezeichnet.

Die Planung und Bemessung der Cobiax-Hohlkörperdecke funktioniert analog zu einer massiven Stahlbetondecke. Nach Berechnung des Tragwerkplaners erstellt der Deckenhersteller einen Verlegeplan der Hohlkörpermodule, der dann auf der Baustelle von der ausführenden Rohbaufirma umgesetzt wird.

Die standardisierten Module bestehen aus 250 cm langen lilienförmigen Unterstützungskörben aus Betonstahl mit integrierten Hohlkörpern aus 100% wiederverwertetem Kunststoff. Statt die Masse und das Gewicht einer Decke an den Stellen zu erhöhen, wo herkömmlicher Beton statisch nicht erforderlich ist, übernehmen die Hohlkörper die Funktion der Füllmasse. Das äußere Erscheinungsbild, die Geometrie und die Tragfähigkeit der Decke bleiben dabei unverändert erhalten.

Unabhängig vom statischen System (ein- oder mehrachsig gespannt) können die Hohlkörpermodule in Stahlbetondecken ab einer Stärke von 20 cm integriert werden. Auch die Kombination mit Halbfertigteilen, thermischer Bauteilaktivierung, Vorspannung und Verbundbauweise ist möglich. Nach Angaben des Herstellers lässt sich eine Gewichts- und Betoneinsparung in der Deckenkonstruktion von bis zu 37% erreichen. Zum Einsatz kam die Hohlkörperdecke beispielsweise im Musikerhaus auf der Insel Hombroich nach Plänen des Architekten Raimund Abraham und in der Zollverein School of Management and Design in Essen von Sanaa.

Hersteller: Cobiax Technologies, Zug/CH