Recycling-Beton
Wiederaufbereitung von Bauteilen und Abbruchmaterialien
Baustoff-Recycling leistet einen großen Beitrag zur Ressourcenschonung und trägt zur Einhaltung der EU-Klimaschutzziele bei. Natürliche Rohstoffe werden geschont und vollwertige Baustoffe durch die Wiederaufbereitung von Bauabfällen, Bauteilen und Abbruchmaterialien geschaffen. In fast allen Bereichen am Bau sind Verfahren zur Verarbeitung von bereits verwendeten Materialien üblich: Baustahl wird wieder eingeschmolzen und Kunststofffenster neu verwertet. Noch wenig Beachtung finden recycelte mineralische Baustoffe wie Beton, obwohl ihr Einsatz im Hochbau mittlerweile durch zahlreiche positive Ergebnisse aus Forschung und Praxis dokumentiert wurde.
Bei Recycling oder RC-Beton wird gebrochener Naturstein oder auf natürliche Weise entstandener Kies durch eine recycelte Gesteinskörnung, d.h. aufbereiteten Bauschutt teilweise ersetzt. Dabei bestimmt die Qualität der Gesteinskörnungen wesentlich die Güte und die Eigenschaften des RC-Betons. Verunreinigungen, z.B. durch Holzstückchen sind ebenso auszuschließen wie chemische Zusätze. Dagegen sind eine exakte Körnungsabstufung bzw. Sieblinie einzuhalten. Maßgeblich sind die Vorgaben der DIN 4226-100 „Gesteinskörnungen für Beton und Mörtel“, deren Einhaltung durch einen Fremdüberwacher geprüft und zertifiziert wird. Nach den neuen deutschen Beton-Normen DIN EN 206-1 und DIN 1045-2 entspricht der RC-Beton in den Anwendungsbereichen und Expositionsklassen konventionellem Beton.
Anhand eines Pilotprojektes der Bundesstiftung Umwelt sollen jetzt die Rahmenbedingungen für einen umfassenden Einsatz von RC-Beton untersucht werden. Dazu wird ein dreigeschossiges Gästehaus im Inneren einer neuen Wohnanlage ganz aus diesem Recyclingmaterial errichtet. Der gesamte Gebäudekomplex mit Büro- und Gewerbeeinheiten entsteht am Rheinufer-Süd in Ludwigshafen nach Plänen des Architekturbüros Seepe und Hund aus Kaiserslautern für das Immobilienunternehmen GAG Ludwigshafen. Unterstützt wird das Bauvorhaben mit Fördermitteln der Deutschen Bundesstiftung Umwelt DBU. Die wissenschaftliche Begleitung übernimmt die Brandenburgische Technische Universität BTU Cottbus und das Instituts für Energie und Umweltforschung ifeu in Heidelberg.
Projektleitung: ifeu-Istitut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg
