Leichte Bauteile aus Textilbeton

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Filigran, dünnwandig und stabil

Konstruktionen aus Stahlbeton sind aufgrund der Korrosionsanfälligkeit der Bewehrung und der dadurch erforderlichen Betondeckung Mindestdicken unterworfen. Damit verlieren sie an Schlankheit und Manövrierbarkeit, was sich vor allem auf das statische System und die Kosten auswirkt. Eine gute Alternative im sparsameren Umgang mit der Betondeckung stellt der Verbundwerkstoff Textilbeton dar. Mit ihm lassen sich filigrane Konstruktionen umsetzen, die stabil, haltbar und frostbeständig sind. Die Ginkgo Projektentwicklungsgesellschaft aus Dresden macht sich diese Eigenschaften zunutze, um sehr leichte und schlanke Bauteile für den Innen- und Außenbereich herzustellen. Dazu arbeitet sie mit den Instituten für Massivbau der RWTH Aachen und der TU Dresden zusammen, die seit Langem an den Möglichkeiten des Verbundmaterials forschen und u.a. die weltweit erste Brücke aus Textilbeton (siehe Objekte zum Thema) realisieren konnten.

Für die Bauteile wird hochfester Feinbeton mit Glas- oder Karbonfasern kombiniert. Anschließend wird der Zementmörtel mit der eingelegten Zugverstärkung aus Textilgelegen aufgebracht und erhärtet zur tragenden Konstruktion. Aufgrund der Flexibilität der Bewehrung eignet sich das Verbundmaterial perfekt für die Herstellung von Schalentragwerken. Ein Beispiel ist der Pavillon Platz am Schatz in Binz nach einem Entwurf des Kölner Bildhauers Martin Keppe. Die doppelt gekrümmte Betonschale dient als Begegnungsfläche für die Anwohner einer Wohnanlage. Neben dem Pavillon hat das Dresdener Unternehmen bislang einige Vordächer und Brunnenschalen mit einem Durchmesser von 1,85 Meter gebaut, nutzt den Textilbeton aber auch für die Instandsetzung und Verstärkung von Massivbauwerken aus Beton. Zu beachten ist, dass für jedes Projekt eine Zulassung im Einzelfall erforderlich ist. Derzeit arbeitet die Firma an der Entwicklung weiterer Produkte und ist überzeugt, dass dessen Möglichkeiten noch lange nicht ausgeschöpft sind.

Hersteller: Ginkgo Projektentwicklungsgesellschaft, Dresden