Betonsanierung der East Side Gallery

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Berliner Mauer in neuer Auflage

Zwanzig Jahre sind seit dem Fall der Mauer vergangen. In Berlin sind ihre Reste bis auf einen Streifen von 1.300 Meter zwischen Oberbaumbrücke und Ostbahnhof entlang der Spree fast vollständig verschwunden. Dort hatten unmittelbar nach Öffnung der Mauer mehr als 100 Künstler aus 21 Ländern in spontaner und direkter Reaktion ihren Gefühlen und Überzeugungen künstlerischen Ausdruck verliehen. In neun Monaten entstand die East Side Gallery, die mit ihren 106 Gemälden die Erinnerung an die deutsche Teilung und ihre Überwindung wach hält.

An den Bildern und Gemälden des Mauerstreifens nagte jedoch der Zahn der Zeit. Verschmutzung, Verwitterung und Emission hinterließen ihre Spuren auf den 3,40 m hohen und 1,20 m breiten Betonsegmenten und verlangten nach einer Sanierung. Die brüchige Substanz des Betons stellte eine Bedrohung des viel besuchten Zeitdokumentes dar. Zum Erhalt und der Erneuerung der Mauer brachten verschiedene Sponsoren u.a. die Lottostiftung, die Europäische Union und das Land Berlin 2,2 Millionen Euro auf. Die Mittel ermöglichten die aufwendige Betonsanierung und Wiederherstellung der Bilder. Eine eigens gegründete Künstlerinitiative brachte über 90 Künstler zusammen, die eine Neuauflage ihrer Werke anfertigten.

Die Sanierung erforderte zunächst das komplette Abtragen der Bilder und Farben, das mit einem Soft-Strahlverfahren erfolgte. Dann ging es an die Bewehrungen des Stahlbetons, die freigelegt und mit Rostschutzmitteln behandelt wurden. Anschließend wurde geschalt und erneut Beton eingebracht, dann die fertigen Oberflächen verputzt. Besondere Anforderungen wurden an die zu verwendenden Farben für die neu aufgebrachten Bilder gestellt. Inzwischen zeigt sich der Mauerstreifen wieder in strahlendem Glanz.

Bildnachweis: Künstlerinitiative East Side Gallery, Berlin