Oberflächen

Zwischen Schutz und Gestaltung

Ob Türgriff, Scharnier oder Fensterolive – Beschläge sind täglich beanspruchte Bauteile, die funktionale wie gestalterische Aufgaben übernehmen. Ihre Oberflächen spielen dabei eine zentrale Rolle: Sie schützen das Grundmaterial vor Korrosion, Abnutzung und Umwelteinflüssen – und beeinflussen zugleich die Wirkung im Raum. Je nach Einsatzort, Beanspruchung und Designanspruch kommen unterschiedliche Veredelungsverfahren zum Einsatz.

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Edelstahl

Matte Edelstahloberflächen entstehen durch mechanische Schleifverfahren, üblicherweise im Nass- oder Trockenschliff. Der Nassschliff erzeugt eine Oberfläche mit höherem Reflexionsgrad und geringerer Rauheit, während der Trockenschliff eine gleichmäßig seidenmatte Wirkung erzielt. Neben der Art des Verfahrens beeinflusst auch die Körnung des Schleifbands oder der verwendeten Bürsten das Erscheinungsbild. Besonders feine Schleifbänder und Bürsten erzeugen glatte, gleichmäßige und damit schmutzabweisende Oberflächen. Polierte Edelstahloberflächen werden mechanisch mit weichen Textilien und speziellen Polituren hergestellt. Sie glänzen, spiegeln und verfügen über keine erkennbare Textur.

Zirkoniumbeschichtete Edelstahloberflächen werden mithilfe des sogenannten PVD-Verfahrens (Physical Vapour Deposition) erzeugt. Dabei werden Metalle wie Titan oder Zirkonium in einer Vakuumkammer verdampft und zusammen mit Gasen auf die Edelstahloberfläche aufgebracht. So entsteht eine extrem dünne, farbige Schicht, die nicht nur dekorative, sondern auch funktionale Eigenschaften besitzt – sie ist besonders hart, abriebfest und korrosionsbeständig. Farblich variieren PVD-Beschichtungen je nach Zusammensetzung, bei Tür- und Fensterbeschlägen dominiert häufig ein warmer Goldton. Die Oberfläche ist meistens poliert und wird besonders bei Türgriffen in Kombination mit mattem Edelstahl verwendet.

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Aluminium

Naturfarbige Aluminiumoberflächen zeichnen sich durch eine matte, silbrig-weiße Erscheinung aus. Diese entsteht durch das Eloxieren, das die Oberfläche des Materials chemisch behandelt und dadurch härter sowie korrosionsbeständiger macht. Das eloxierte Aluminium hat eine poröse Oberfläche. Taucht man den Werkstoff vor der Versiegelung in ein Färbemittel, entstehen farbige Aluminiumoberflächen. Möglich ist auch, das Aluminium mit einer Lackschicht zu versehen.

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Messing

Polierte Messingoberflächen sind spiegelblank und besitzen einen goldgelben Glanz. Durch Oxidation bildet sich mit der Zeit eine dunkle Patina auf der glänzenden Oberfläche, die sich aber durch eine Schutzlackierung oder regelmäßiges Polieren vermeiden lässt. Bei den sogenannten antiken Messingoberflächen wird die dunkle, durch Oxidation hervorgerufene Färbung kontrolliert hergestellt, indem man den Werkstoff in eine Brünierlösung taucht. Dadurch entsteht eine schwache Schutzschicht, die das Material gegen Korrosion schützt, ihm aber auch durch die schwarze Färbung sein „antikes“ Aussehen verleiht.

Vernickeltes Messing ist von einer Schutzschicht aus Nickel umhüllt, die eine gute Beständigkeit gegen Luft, Wasser, verdünnte Säuren und die meisten Laugen bietet. Die Oberfläche des Materials besitzt eine silbrig helle Farbe mit einer leicht gelblichen Tönung. Gegen Anlaufen, also dunkle Verfärbungen, ist Nickel nicht beständig. Auch verchromte Oberflächen sind bei Messing üblich. Genau wie vernickelte Oberflächen werden sie matt und poliert angeboten.

Polyamid

Mit Polyamid beschichtete Beschläge sind in RAL Farben durchgehend eingefärbt und besitzen eine glatte, gleichmäßige Oberfläche. Polyamid zeichnet sich durch hohe Abriebfestigkeit, gute Witterungsbeständigkeit sowie Chemikalienresistenz aus. Dadurch eignen sich Polyamid-beschichtete Beschläge besonders für den Einsatz im Innen- und Außenbereich, da sie langlebig und pflegeleicht sind.

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PVD

PVD beschreibt ein Verfahren zur Oberflächenveredelung und ist die Abkürzung für Physical Vapour Deposition (= physikalische Gasphasenabscheidung). Mit dem Verfahren sind Beschichtungen im Nanometerbereich möglich. Bei dem vakuumbasierten Prozess werden metallische Stoffe wie beispielsweise Titannitrid, Titanaluminiumnitrid oder Titancarbonitrid in die Gasphase überführt. Durch Kondensation des Materialdampfes auf einen Festkörper, wie z. B. Beschläge, entsteht die hauchdünne Schicht auf der Oberfläche.

Zu den verschiedenen PVD-Verfahren zählen unter anderem thermisches Verdampfen, Elektronenstrahl- und Laserstrahlverdampfen, Lichtbogenverdampfen sowie Sputtern und Ionenplattieren. Diese Methoden ermöglichen eine präzise Kontrolle der Schichteigenschaften und -dicken.

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