BAUNETZ WISSEN
  • Akustik
  • Altbau
  • Bad und Sanitär
  • Beschläge
  • Beton
  • Boden
  • Dämmstoffe
  • Elektro
  • Fassade
  • Fenster und Türen
  • Flachdach
  • Fliesen und Platten
  • Geneigtes Dach
  • Gesund Bauen
  • Glas
  • Gebäudetechnik +++ NEU +++
  • Heizung
  • Mauerwerk
  • Nachhaltig Bauen
  • Schalungen und Gerüste
  • Schiefer
  • Sicherheitstechnik
  • Solar
  • Sonnenschutz
  • Tageslicht
  • Treppen
Thema wechseln
 

Planung/Ausstattung

Sanitärräume

WC-Anlage Anpassung im Bestand Beispiel drehbares WC in öffentlicher Toilettenanlage

Bildergalerie | 1 | 2 |

In jeder öffentlich zugängigen Anlage bzw. Gebäude sind für Rollstuhlbenutzer geeignete Toilettenkabinen in ausreichender Anzahl, mindestens jedoch eine, vorzusehen. Diese sind auszustatten mit

  • Toilettenbecken, beidseitig seitlich anfahrbar;

  • Spülung sitzend ohne Positionsveränderung beidseitig mit Hand oder Arm benutzbar;

  • klappbaren Haltegriffen beidseitig des Toilettenbeckens;

  • Toilettenpapierhaltern an beiden Haltegriffen;

  • unterfahrbarem Waschtisch;

  • Spiegel, sitzend wie stehend einsehbar;

  • Seifenspender;

  • Handtrockner;

  • Abfallauffang, wasser- und geruchsdicht, selbstschliessend
Das Regelmaß für die Bewegungsflächen beträgt 150 cm vor allen Einrichtungen, die Regelhöhe von Bedieneinrichtungen 85 cm. Die seitlichen Anfahrflächen am Toilettenbecken müssen beidseits mindestens 95 cm breit und 70 cm tief sein. Die weiteren Details sind in der DIN 18024 T eil 2 Nr. 11 ausgiebig dargestellt.

Die beidseitige Anfahrbarkeit bringt mehrere Konfliktpunkte mit sich:
  • Sie führt konventionell zu einem enormen Flächenbedarf. Die Mindestbreite der WC-Rückwand beträgt damit 230 cm.
  • Beidseitig sind klappbare Stützgriffe erforderlich. Diese sind als Halt beim seitlichen Umsetzen durch die Aufwärtsbewegung nicht geeignet, sofern sie nicht sitzend ohne Positionsveränderung ver- und entriegelbar sind.
Die Wall AG beispielsweise hat mit in ihren City-Toiletten diese Konflikte mit einem drehbaren WC-Becken überaus intelligent gelöst. Allerdings ist hier durch die hohe Auflage ein überdurchschnittlich hoher technischer Aufwand möglich.

Es bleibt jedoch die Notwendigkeit der beidseitigen Anfahrbarkeit im Regelfall in Frage gestellt. Wenn ich mit einseitiger Einschränkung (bspw. Hemiparese) auf der nicht eingeschränkten Seite auf das WC umsetze, so muss ich doch mit der eingeschränkten Seite auf den Rollstuhl zurücksetzen. Bevor auf Grund der vorhandenen Möglichkeiten bspw. im Bestand gar kein WC für die Rollstuhlnutzung eingerichtet wird, sollte immer erst eine Lösung mit einseitiger Anfahrbarkeit geprüft werden.

In den Bewegungsflächen ist in der Regel die Anordnung eines klappbaren Wickeltisches ohne großen Aufwand möglich. Nebenstehendes Beispiel zeigt einen Sanitärbereich einer kleinen Gaststätte nach Anpassung im Bestand mit Mehrfachnutzung des rollstuhlgerechten WC.

Bildnachweis: Reichenbach Architekten Ingenieure, Berlin (1), Wall AG, Berlin (2)

  • Zum Thema

  • WC
Newsletter