Duschen: Materialien
Werkstoffe und ihre Eigenschaften
Duschen sind längst nicht mehr nur alltägliche Nutzobjekte. Ihre Gestaltung, Ausführung und technische Qualität spielen heute eine zentrale Rolle bei der Inszenierung moderner Badwelten. In der Gestaltungsbranche wird großer Wert darauf gelegt, mit Materialität, Haptik und Oberfläche gezielt Atmosphäre zu schaffen. Entsprechend vielfältig sind die Werkstoffe, aus denen Duschtassen und Duschflächen gefertigt werden. Zu den am häufigsten verwendeten Materialien zählen Sanitärkeramik, Stahlemaille, Sanitäracryl, Quaryl und Starylan.
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Sanitärkeramik
Sanitärkeramik besteht hauptsächlich aus natürlichen Rohstoffen wie Kalkstein, Quarzsand und Ton. Das Material wird bei sehr hohen Temperaturen gebrannt und erhält dadurch seine hohe Festigkeit sowie seine dauerhaft dichte Struktur. Er wird in mehreren Weißtönen und in zahlreichen Farben angeboten. Durch Glasuren und Oberflächenversiegelungen ist Sanitärkeramik besonders widerstandsfähig gegenüber Wasser, Feuchtigkeit und chemischen Reinigungsmitteln und lässt sich schnell reinigen.
Stahlemaille
Stahlemaille ist ein Verbundwerkstoff aus Stahlblech, das mit einer Schicht aus geschmolzenem Glas überzogen wird. Stahlemaille ist äußerst formstabil und langlebig, kann jedoch bei punktueller mechanischer Belastung – etwa durch spitze oder harte Gegenstände – empfindlich reagieren. Da das Material keine Wärme speichert, fühlt es sich bei Wasserkontakt und Berührung vergleichsweise kühl an.
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Sanitäracryl
Sanitäracryl ist weitgehend schlag- und stoßunempfindlich, allerdings nicht kratz- und hitzefest. Vorteile von Acryl sind seine Bruchfestigkeit, sein geringes Montagegewicht, seine porenlose und rutschfeste Oberfläche, seine Chemikalienbeständigkeit und die leichte Pflege. Sanitäracryl ist ein Material, das die Wärme speichern kann und dadurch warm bei der Berührung ist.
Quaryl
Quaryl ist ein Verbundwerkstoff aus Acryl und Quarzsand. Es stellt eine technische Weiterentwicklung von Acryl dar, welches mit einem hochfeinem Mineral-Granulat (Quarzsand) angereichert und mit einem entsprechenden Bindemittel vermengt wird. Auf diese Weise wird die Widerstandsfähigkeit der Oberfläche nochmals erhöhen, ohne die günstigen Eigenschaften von Acryl wesentlich zu verändern. Quaryl lässt sich gut formen, ist unempfindlich und wird ganz durchgefärbt. Wie Sanitäracryl hat es sehr gute haptische Eigenschaften.
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Starylan
Starylan ist ein innovativer Verbundwerkstoff aus Sanitäracryl und Stahlemaille. Er vereint die hohe Robustheit, Formstabilität und Wasserresistenz von Stahlemaille mit der warmen, angenehmen Haptik von Acryl. Die Oberfläche ist porenfrei, hygienisch und unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit sowie haushaltsüblichen Reinigungsmitteln.
Fliesen im Duschbereich
Fliesen sind bewährte keramische Werkstoffe für Duschen und
Nassbereiche. Besonders Feinsteinzeugfliesen nehmen kaum Wasser
auf, sind hygienisch, langlebig und widerstandsfähig gegenüber
Feuchtigkeit. Durch verschiedene Formate, Oberflächen und
Rutschhemmklassen bieten sie große gestalterische Freiheit.
Voraussetzung für ihre Wasserbeständigkeit ist eine fachgerechte
Abdichtung sowie ein korrekt ausgeführtes Gefälle, damit das Wasser
sicher abgeführt wird.
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Naturstein im Duschbereich
Materialien wie Granit, Marmor, Schiefer oder Kalkstein sind mineralische Werkstoffe, die in ihrer natürlichen Struktur offenporig sein können. Gerade im direkten Kontakt mit Wasser ist daher eine sorgfältige Auswahl und Behandlung entscheidend. Viele Natursteine müssen imprägniert oder versiegelt werden, um das Eindringen von Wasser, Seifenresten und Ölen zu reduzieren. Bei regelmäßiger Pflege sind sie dennoch sehr langlebig und widerstandsfähig. Naturstein speichert Wärme gut, fühlt sich jedoch – je nach Oberflächenbearbeitung – unterschiedlich rutschhemmend an. Gerade strukturierte Oberflächen eignen sich für Nassbereiche, da sie die Trittsicherheit erhöhen.
Holz und Holzroste im Duschbereich
Soll im Bad eine natürliche, warme Atmosphäre entstehen, können
auch Holzroste als Gestaltungselement im Duschbereich eingesetzt
werden. Holz selbst ist jedoch nicht dauerhaft wasserbeständig und
daher nicht als direkte wasserführende Duschfläche geeignet.
Holzroste müssen immer auf einer darunterliegenden,
wasserundurchlässigen Ablauf- oder Duschfläche aus geeigneten
Materialien wie Keramik, Acryl oder Mineralwerkstoffen aufliegen.
So kann das Wasser kontrolliert abfließen, ohne dass das Holz
dauerhaft durchfeuchtet wird. Regelmäßige Pflege und ausreichende
Trocknung sind dennoch essenziell, um die Materialqualität und
Hygiene langfristig zu erhalten.
Fachwissen zum Thema
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