Zweischalige Außenwände aus Mauerwerk

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Zweischalige Wandaufbauten bestehen aus zwei Wänden, die nebeneinander gemauert und mit Drahtankern verbunden werden. Typen der zweischaligen Wand:

  • Zweischalige Außenwand mit Luftschicht
  • Zweischalige Außenwand mit Luftschicht und Wärmedämmung
  • Zweischalige Außenwand mit Kerndämmung
Das Konstruktionsprinzip ist für alle Ausführungen gleich. Die Vormauerschale aus frostbeständigen Mauersteinen wie Klinker oder KS-Verblendern dient dem Schlagregenschutz, kann dabei durchaus feucht werden. Feuchtigkeit (in der Mauer wie auch freies Wasser) trocknet aufgrund der Hinterlüftung zwischen den Schalen ab, eindringendes Wasser wird am Fußpunkt entwässert. Die Abdichtung des Fußpunktes innerhalb der Konstruktion und Stoßfugen in der Vormauerschale sind daher wichtige Qualitätskriterien bei der Ausführung.

Der vorgeschriebene Abstand zwischen den beiden Schalen liegt zwischen 60 und 150 mm. Die nicht tragende Vormauerschale – in der Regel 11,5 cm dick – wird mit dem Hintermauerwerk über Drahtanker verbunden. Deren Mindestanzahl und Höchstabstände sind in der DIN 1053-1 festgelegt. Eine Kunststoffscheibe auf den Ankern gewährleistet das Abtropfen kriechender Feuchtigkeit. Die Vormauerschale muß vollflächig horizontal gelagert, außerdem in Höhenabständen von max. 12,00 m mittels Stahlwinkeln (nicht rostend) abgefangen werden. Weitere Vorschriften für die Abfangung finden sich ebenfalls in der DIN 1053.
In der Außenschale sind außerdem senkrechte Dehnungsfugen einzubringen, die entweder offen (bei Abdichtung der inneren Schale durch Folien und geringer Fugenbreite) ausgeführt oder mit Dichtstoff, Fugenbändern bzw. Dichtprofilen geschlossen werden.

Für die Lastabtragung wird in Deutschland nur die innere Wand herangezogen. In anderen Ländern können beide Wände statisch angesetzt werden – mit dem Eurocode 6 werden diese Konstruktionen auch hierzulande eingeführt.

Der Wärmeschutz wird weitgehend im Hintermauerwerk erbracht. Dementsprechend eignen sich hier alle leichten Mauersteine, die zusätzlich mit Leicht- oder Dünnbettmörtel verarbeitet werden können. Für den Wärmeschutznachweis darf außerdem nach DIN 4108 auch die Luftschicht und die Vormauerschale berücksichtigt werden. Prinzipiell werden alle Steinarten in der Hintermauerschale eingesetzt – eben leichte (Wärmeschutz) oder schwere (erhöhte Lasten). Steinarten und Vermauerung müssen zur Vermeidung von Verformungsrissen aufeinander abgestimmt werden.

Die Wärmedämmung zwischen den Mauerschalen wird entweder hinterlüftet (freier Querschnitt 40 mm) oder ohne Luftschicht (Kerndämmung) eingebaut. Die Hinterlüftung hat baupysikalische Vorteile für den gesamten Wandaufbau und schützt die Dämmstoffe (Faserplatten) vor Feuchtigkeit. Feuchtigkeitschutz ist auch erstes Kriterium bei der Kerndämmung (hydrophobierte Faserplatten, Schüttungen, Hartschaum). An die Ausführung der Vormauerschale werden daher erhöhte Anforderungen (DIN 1053-1) gestellt.